Berlin - Die Debatte über die Integration von Migranten weitet sich aus: Das Problem sei teilweise "auf die leichte Schulter" genommen worden, hat Innenminister Thomas de Maizière an diesem Mittwoch eingestanden. In der Vergangenheit habe es Versäumnisse gegeben. Die Zahl jener, die sich nicht integrieren wollten, liege heute zwischen 10 und 15 Prozent. Die Bundesregierung hat nun ein neues Programm vorgestellt, wie diese Defizite verbessert werden sollen - sie will damit auch einen "Beitrag zur Sachlichkeit" leisten.
Denn die Debatte um die Integrationsbereitschaft muslimischer Migranten, die durch das Buch von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin ausgelöst wurde, wird bundesweit immer kontroverser geführt. De Maizière will nun ein "differenziertes Bild der Wirklichkeit, mit differenzierten Vorschlägen" geben und sich "auf Lösungen" konzentrieren.
Eine dieser Lösungen sei es, verstärkt Lehrer mit Migrationshintergrund einzustellen. Pädagogen mit ausländischen Wurzeln machten "Vielfalt in der Schule bewusst", heißt es in dem Programm. Weil sie Einblick in andere Traditionen und Kulturen hätten, trügen sie dazu bei, Bildungseinrichtungen kulturell zu öffnen.
Sprachkompetenz verbessern, Eltern einbinden, Jugendliche fördern
Für Kinder und Jugendliche seien die Lehrer zudem wichtige Rollenvorbilder. Sie hätten häufig einen "besseren Blick für die verborgenen Ressourcen von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund" und könnten außerdem sensibler umgehen mit ihren möglichen Konflikten und Herausforderungen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das das Programm erarbeitet hat, erhofft sich außerdem eine bessere Zusammenarbeit mit zugewanderten Eltern.
Der Appell ist deutlich - insbesondere, da in den kommenden Jahren mit einem Lehrkräftemangel zu rechnen ist. Bildung ist allerdings Ländersache, daher spricht die Bundesregierung in dem Programm nur Empfehlungen aus.
Nun müsse verstärkt um Lehramtskandidaten mit Migrationshintergrund geworben werden, fordert der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Albert Schmid. Eine entsprechende Kampagne des Bundesamts stoße auf beachtliches Interesse.
Das Integrationsprogramm sieht außerdem folgende Punkte vor:
Die Kritik an der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), wies de Maizière zurück. Entsprechende Äußerungen aus der Opposition bezeichnete er als "gänzlich unberechtigt". Böhmer sei bei der Vorstellung des Programms nicht mit dabei, weil sie sich derzeit in Kanada aufhalte, sagte de Maizière. SPD und Grüne hatten am Mittwoch die Ablösung der Integrationsbeauftragten gefordert.
Zudem wies der Minister Forderungen aus der Wirtschaft nach einer deutlich offensiveren Einwanderungspolitik zurück. "Das Zuwanderungsrecht ist flexibel genug, um gezielte Zuwanderung zu organisieren", sagte er. Wenn es zu wenig Zuwanderung gebe, dann liege das "an allem möglichen, aber am wenigsten am Zuwanderungsrecht". Nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) braucht Deutschland eine deutlich offensivere Einwanderungspolitik. Angesichts der Überalterung der Gesellschaft müssten mehr Arbeitskräfte und Zuwanderer aus dem Ausland nach Deutschland kommen, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann dem "Hamburger Abendblatt".
kgp/AFP/dpa
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Liebe Forums-Teilnehmer, bitte diskutieren Sie das Thema der Interationspolitik in unserem neuen Heft-Forum 'Soll der Staat Einwanderer zur Integration zwingen?' unter der URL http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=20644 [...] mehr...
Tja, wer hätte vor 20 jahren denn gedacht, daß uns die Hoffnungsträger der Nation so in die Schei.. ziehen würden. Auf das was wirklich abging hat man doch gar nicht geachtet bzw. darüber nachgedacht. Der Vertrauenvorschuß [...] mehr...
Das wäre noch eine zu gnädige und euphemistische Betrachtung der massenhaften Einwanderung unter fanatischer, verschlagener Fürsprache der Grünen, die merkwürdigerweise gerade momentan einen ungeheuren Zulauf von Arg-, [...] mehr...
ja, das lag schlicht und ergreifend daran, dass es sich bei der wm um ein reines sportereignis handelte, es ging mal gar nicht um religion... sport verbindet, glauben ist schön aber religion ist gift!!! mehr...
Es scheint mir, einiges hängt vom Augen des Betrachters ab, oder von dem Moment, von den aktuellen Geschehnissen, etc.. je nach dem... Von Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, in kurzer Zeit... Während der WM, noch vor 2 [...] mehr...
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