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08.09.2010
 

Karikaturisten-Ehrung

Merkel verurteilt geplante Koran-Verbrennung

Ehrung für Westergaard: "Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut"
Fotos
Getty Images

Bei einer Preisverleihung würdigte die Kanzlerin den Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard. Dessen Zeichnungen hatten weltweite Proteste von Muslimen ausgelöst. Zugleich kritisierte Merkel die von fundamentalistischen US-Christen angekündigte Koran-Verbrennung als "abstoßend".

Potsdam - Kanzlerin Angela Merkel hat deutliche Worte für die geplante Koran-Verbrennungen durch fundamentalistische Christen in den USA gefunden. Sie tadelte das Vorhaben als "respektlos, sogar abstoßend, und einfach falsch". Die Aktion verletze den Respekt vor Religionen. Ähnlich wie Merkel hatten sich die Uno, die Europäische Union und zahlreiche Politiker weltweit bestürzt über die Pläne einer evangelikalen Gemeinde in Florida geäußert.

Die Kanzlerin äußerte ihre Kritik bei einer Preisverleihung in Potsdam. Dort würdigte sie den Mut des dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard. Dieser wurde mit dem diesjährigen Potsdamer Medienpreis für seine unbeugsame Haltung ausgezeichnet.

Westergaard wird von radikalen Islamisten mit dem Tode bedroht und steht seit fünf Jahren unter Polizeischutz. Er hatte eine der zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed gezeichnet, die am 30. September 2005 unter der Überschrift "Das Gesicht Mohammeds" in der dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten" erschienen. Die Darstellungen lösten einen internationalen Streit um Meinungsfreiheit und gewalttätige Demonstrationen von Muslimen in der ganzen Welt aus, die sich von den Abbildungen beleidigt fühlten.

"Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut"

"Die Folgen für den Zeichner sollten uns mahnen", sagte Merkel. Sie sprach sich für mehr Toleranz aus. Als Zeichner dürfe Westergaard derartige Karikaturen fertigen. Die europäischen Staaten seien ein Ort, wo dies möglich sei. "Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut", sagte die Kanzlerin.

Die Pressefreiheit sei eines der Wesensmerkmale einer freiheitlichen Demokratie. "Wir Deutschen erinnern uns in diesen Monaten an die Überwindung der SED-Diktatur und die Wiedervereinigung unseres Landes vor 20 Jahren", sagte die Kanzlerin. "Wir wissen noch, was Unfreiheit bedeutet und sollten deshalb nie vergessen, wie wertvoll Freiheit ist."

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland kritisierte die Preisverleihung. Der für seine umstrittenen Zeichnungen bekannte Däne habe "unseren Propheten in unseren Augen mit Füßen getreten", sagte Generalsekretär Aiman Mazyek am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. Die Würdigung sei in einer aufgeladenen und erhitzten Zeit hochproblematisch.

Auf Skepsis stieß Merkels Auftritt auch bei den Grünen. "Ich hätte es nicht gemacht", sagte Bundesfraktionschefin Renate Künast am Rand der Grünen-Fraktionsklausur in Mainz. Zwar herrsche Meinungsfreiheit auch in der Karikatur. "Aber wenn eine Bundeskanzlerin auch noch eine Rede dazu hält, verschärft sie den Ton."

Anderer Meinung war Laudator Joachim Gauck. Er dankte Westergaard für seinen Mut, sich nicht von den Todesdrohungen einschüchtern zu lassen. "Jeder sollte sich fragen, ob wir den Mut immer ausrichten für die Freiheit", sagte der frühere rot-grüne Präsidentschaftskandidat und langjährige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen.

"Der Preis soll ein deutliches Zeichen setzen", erklärte auch Potsdams Oberbürgermeister Jann Jacobs (SPD). Für den den M100-Beirat sei Westergaard zum "Symbol der Presse- und Meinungsfreiheit" geworden. Die Vereinigung vergibt ihren Preis jährlich an Persönlichkeiten, die aus ihrer in Europa und der Welt "Fußspuren" hinterlassen haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der einstige Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und die kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt.

Die Auszeichnung bedeute ihm sehr viel, sagte Westergaard. "Das ist die größte Anerkennung, die ich bekommen habe, und ich glaube, sie ist gut für die Meinungsfreiheit." Der 75-Jährige betonte: "Ich habe kein Problem mit anderen Religionen." Er habe nur ein Problem mit Islamisten und werde immer dafür kämpfen, dass Menschen ihre Religion friedlich leben könnten.

kgp/dpa/Reuters

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insgesamt 309 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
11.09.2010 von yogtze: Aktion gegen den Überschriftenmurks

Tja, entweder wollen oder können Sie den Unterschied nicht erkennen. In dem von Ihrem Vorredner angesprochenen Fall ging es sogar um Bibeln, die *von staatlichen Institutionen* in Afghanistan verbrannt wurden - trotzdem hat [...] mehr...

11.09.2010 von w.r.weiß: Prima....

...und amüsanter Beitrag! Der Souverän wankt....! "Die Größe, die du suchst, wird dich erdrücken!" mehr...

11.09.2010 von aat: Titel

Ok,ok... Bayram kutlu olsun ! (Ernst gemeint) Sind Sie jetzt wieder friedlich und gönnen uns Weihnachten ? Den Zeitpunkt einer Diskussion kann man leider nicht an Festen orientieren. Merkels Aktion (finde ich völlig daneben) [...] mehr...

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Der Koran

Heilige Schrift der Muslime

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Der Koran ist die heilige Schrift des Islam und gilt als ältestes arabisches Prosawerk. Nach muslimischem Glauben enthält er wörtliche Offenbarungen, die Allah zwischen 610 und 632 durch den Erzengel Gabriel in arabischer Sprache an den Propheten Mohammed richtete. Der Koran (von arabisch "lesen": das zu lesende Buch, das zu Rezitierende) ist für alle Muslime verbindlich. Die Gläubigen sollen den arabischen Originaltext studieren. Übersetzungen werden als Interpretation abgelehnt.

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Fünf Pfeiler des Islam



Islam

Geschichte

Der arabische Begriff "Islam" bedeutet "Unterwerfung", gemeint ist "unter den Willen Gottes". Er bezeichnet die jüngste der drei monotheistischen Weltreligionen. Der Islam entstand im siebten Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel im heutigen Saudi-Arabien. Schon bald nach dem Tod des Propheten Mohammed stieg das islamische Reich zur Weltmacht auf.

Islam , Christentum und Judentum eint Vieles, zum Beispiel die zentrale Bedeutung der Beziehung zwischen Gott, dem Schöpfer, und dem Menschen, seinem Geschöpf. Auch spielen viele aus dem Alten und Neuen Testament bekannte Propheten eine Rolle im Islam.

Die fünf Säulen des Islam sind das Glaubensbekenntnis, das fünfmalige tägliche Gebet, die Spende an die Armen, das Fasten im Monat Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka .

Über eine Milliarde Menschen bekennen sich zum Islam, in über 50 Staaten stellen Muslime die Mehrheit die Bevölkerung. Rund zehn Prozent der Muslime sind Schiiten, fast alle übrigen Sunniten.

Koran

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