Berlin - In der Union wächst die Empörung über mehrere Vertriebenen-Politiker der Partei, darunter die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach. In der Vorstandssitzung der Unionsbundestagsfraktion distanzierte sich Kulturstaatsminister Bernd Neumann ausdrücklich von Äußerungen der beiden Vertriebenen-Funktionäre Arnold Tölg und Hartmut Saenger, die der BdV als stellvertretende Mitglieder des Stiftungsrats der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung benannt hatte.
So hatte der baden-württembergische BdV-Chef Tölg davon gesprochen, dass Polen bereits im März 1939 mobil gemacht hatte und der deutsche Angriff auf Polen nur der zweite Schritt gewesen sei.
Zum wirklichen Politikum wurde der Vorfall aber vor allem dadurch, dass Steinbach die beiden nach der Neumann-Kritik in Schutz nahm und ankündigte, sie wolle beide auf der nächsten BdV-Sitzung für ihre Äußerungen verteidigen.
Steinbach bestätigte nach einem Bericht von "Welt online", dass sie in der Sitzung gesagt habe: "Und ich kann es auch leider nicht ändern, dass Polen bereits im März 1939 mobil gemacht hat." Allerdings hat Polen erst im August 1939 mobilisiert.
Sie legte demnach allerdings Wert darauf, dass sie damit die Kriegsschuld Deutschlands nicht habe bestreiten wollen. Sie fühle sich absichtlich missinterpretiert. In die aufkommende Empörung habe sie gerufen: "Da können Sie mich ja ausschließen, wenn Sie wollen."
luk/Reuters
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