Sylvia-Yvonne Kaufmann galt bis zu ihrem Parteitagsauftritt in Münster auch innerhalb der PDS als politisch blass. Die 45-Jährige aus Berlin war eher für unauffällige Fleißarbeit als für inhaltsschwere Reden

Sylvia-Yvonne Kaufmann, stellvertretende Bundesvorsitzende der PDS
Mit tränenerstickter Stimme hatte sich Kaufmann vehement für die strikte Ablehnung jeglicher Militäreinsätze unter UN-Mandat eingesetzt. Damit brachte sie den Parteitag hinter sich, brüskierte aber ihre Vorstandskollegen. "Das ist die schwerste Rede in meinem zehnjährigen PDS-Leben", sagte sie - und zeigte sich der Tragweite ihrer Ausführungen bewusst.
Auf den Gängen der Parteitagshalle wurde heftig darüber spekuliert, ob Kaufmann mit ihrer friedenspolitischen Offensive ihrer Überzeugung folgte, oder ob sie Teil einer innerparteilichen Intrige gegen die PDS-Führung sein könnte.
Kaufmann wurde im Januar 1955 in Berlin geboren. Sie studierte in der DDR Japanologie an der Berliner Humboldt-Universität. 1991 ging sie für die PDS als EU-Beobachterin nach Brüssel, acht Jahre später wurde sie als Abgeordnete ins Europaparlament gewählt. Seit 1993 gehört Sylvia-Yvonne Kaufmann als stellvertretende Bundesvorsitzende dem PDS-Vorstand an.
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