London - Die anderen betroffenen Länder sind Großbritannien, Schweden und Frankreich. Die Firma Advanta teilte am Donnerstag in London mit, in Deutschland und Frankreich seien nur wenige hundert Hektar Anbaufläche betroffen. Von dem Verdacht, das aus Kanada importierte Saatgut habe Kreuzungen zwischen manipuliertem und natürlichem Raps enthalten, habe sie die britische Regierung bereits am 17. April informiert. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Aussaat des genmanipulierten Rapses scharf verurteilt.

Rapsfeld in Schottland
Der britische Landwirtschaftsminister Nick Brown sagte vor dem Unterhaus in London, die Regierung gehe davon aus, dass von dem Raps keine Gefahr für die Umwelt ausgehe. Es sei kaum anzunehmen, dass die genetischen Veränderungen sich auf andere Pflanzen übertrügen.
Die Nachricht löste bei Umweltschützern scharfe Kritik aus. Der Verband der britischen Biobauern, Soil Association, verlangte von der Regierung, die etwa 600 belieferten Bauern aufzuspüren und die Ernte vernichten zu lassen. Die Organisation Friends of the Earth verlangte ebenfalls die Vernichtung der Ernte. Es sei ein Skandal, dass die Regierung die Information einen Monat lang zurückgehalten habe.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Aussaat des Rapses auf Feldern in Deutschland scharf verurteilt. Der für Agrar- und Gentechnik zuständige Greenpeace-Experte Martin Hofstetter sagte, der aus Kanada stammende Sommerraps sei illegal nach Europa gekommen und von Landwirten in mehreren Ländern unwissentlich ausgesät worden. Der Raps müsse vernichtet und die Bauern entschädigt werden. Pollenflug von genveränderten Rapspflanzen könne zu so genannten Auskreuzungen führen. Das hieße, bisher nicht manipulierte Pflanzen könnten so in ihrer bisherigen Genstruktur verändert werden - mit unabsehbaren Folgen für die Nahrungskette, sagte Hofstetter.
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