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18.06.2000
 

Politische Farbenlehre

Künast denkt über schwarz-grün im Bund nach

Die Kandidatin für den Bundesvorstand der Grünen, Renate Künast, streckt ihre Fühler vorsichtig in Richtung Union aus. Sie will ihre Partei auf neue Wege bringen. Langfristig sei auch ein schwarz-grünes Regierungsbündnis auf Bundesebene denkbar.

Für Renate Künast wäre die CDU ein möglicher Koalitionspartner im Bund
DPA

Für Renate Künast wäre die CDU ein möglicher Koalitionspartner im Bund

Berlin - Das Verhältnis der Grünen und der CDU untereinander sei von Entspannung gekennzeichnet, sagte Künast der "Berliner Morgenpost". Die Auflösung der ideologischen Blöcke hätten den Weg für neue Regierungskonstelationen freigemacht. Die Bundes-CDU stecke in einer Phase der Erneuerung, auch wenn noch nicht klar sei, wohin die Reise gehe.

Reformbedarf macht Künast auch in der eigenen Partei aus. Nach dem erreichten Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland müssten sich die Grünen nach neuen Zielen umsehen, der Zweck der Partei müsse neu bestimmt werden. "Wir brauchen eine personelle Erneuerung, neue Arbeitsstrukturen, und wir müssten unsere Themen auf die modernen Fragestellungen umbauen", sagte die Berliner Landespolitikerin. Nach einem Neuanfang könnten die Grünen auch wieder zweistellige Wahlergebnisse erzielen.

Der Bundesparteitag am kommenden Wochenende markiere einen Scheidepunkt für die Grünen. Künast kandidiert für einen der beiden Posten der Bundesvorsitzenden.

Sie will sich im Falle ihrer Wahl für eine stärke Abgrenzung der Grünen von der SPD einsetzen. Den Sozialdemokraten warf Künast vor, "an manchen Stellen unserer Zuneigung als Koalitionspartner viel zu sicher" zu sein. Auch die Grünen müssten klar machen, "dass die SPD nicht auf Lebzeiten unser einziger und potenzieller Koalitionspartner" sei.

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