Berlin - Bei Scheidung oder Trennung sinke das Pro-Kopf-Einkommen der Frauen um durchschnittlich 40 Prozent, ermittelten Wissenschaftler der Uni Bielefeld im Auftrag des Ministeriums. Leben Kinder im Haushalt, verringere sich das Pro-Kopf-Einkommen immerhin noch um 37 Prozent. Wesentlich besser schnitten im Trennungsfall die Männer ab. Bei ihnen sinke das Pro-Kopf-Einkommen um 7 Prozent.
Was von den Betroffenen allerdings höchst unterschiedlich wahrgenommen werde. So schätzten 28 Prozent der Frauen ihre finanzielle Lage besser ein als vor der Scheidung. Bei den Männern sei es nur jeder vierte, der dies von sich behaupte. Und: Mehr als ein Viertel der Männer, die keinen Pfennig weniger hätten als während der Ehe, klagten trotzdem über finanzielle Einbußen.
Das Problem der Frauen, so heißt es in der Untersuchung, sei oft hausgemacht. Rund zwei Drittel der Frauen verzichteten bei Scheidung auf Ehegattenunterhalt für sich und die Kinder. Der Grund, so Familienministerium Christine Bergmann: Viele Frauen erkaufen sich mit dem Verzicht auf Unterhalt die Zustimmung ihrer Männer zur Scheidung. Und später wollten sie "mit ihren geschiedenen Ehemännern keinen Kontakt mehr" oder sie hätten nach den "Trennungsquerelen" keine Kraft mehr für neue Auseinandersetzungen ums Geld.
So manche Frau schätzt offenbar auch ihre finanzielle Lage und die ihres Mannes falsch ein. Mit der Folge, dass immmer häufiger die Sozialhilfe für Frauen und Kinder einspringen muss. Die öffentliche Hand, so wurde errechnet, gibt inzwischen rund ein Drittel des Sozialhilfebudgets für allein erziehende Mütter und deren Kinder aus.
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