Ist seit zwei Jahren im Amt: Wirtschaftsminister Werner Müller
Berlin - "Herr Bury wäre aus meiner Sicht durchaus auch ein guter Wirtschaftsminister", so Müller im "Stern". Eine Sprecherin Müllers hatte danach alle Hände voll zu tun, Rücktrittsgerüchte zurückzuweisen. Der Minister habe lediglich "seine persönliche Meinung zu Herrn Bury ausgedrückt". Er habe damit aber nicht gesagt, dass Staatsminister im Kanzleramt Hans Martin Bury sein Nachfolger werden und "in irgendeiner Form eine Kabinettsumbildung im Raume steht".
Auch Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye erklärte, es gebe "keinerlei Erwägungen für eine Kabinettsreform". Müller habe für Bury lediglich "eine gewisse Wertschätzung zum Ausdruck gebracht". Das sei in Ordnung. "Wir sollten alle etwas netter miteinander umgehen."
Müller selbst versuchte in dem Interview dem Eindruck entgegenzuwirken, bereits jetzt ans Aufhören zu denken. "Es geht zwar das Gerücht um, ich sei amtsmüde, auch wenn ich nicht weiß, woher das kommt", sagte der Minister. Allerdings ließ der Wirtschaftsminister bereits mehrfach durchblicken, dass er sich auch ein Leben außerhalb der Politik vorstellen kann und er das mit einer hohen Arbeitsbelastung verbundene Ministeramt nicht unbedingt auf Dauer ausüben will. In der Koalition wird deshalb schon seit längerem mit der Möglichkeit gerechnet, dass der 54-Jährige seinen Posten nach der nächsten Bundestagswahl 2002 abgeben könnte.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte den früheren Energie-Manager 1998 nach dem Wahlsieg der rot-grünen Koalition überraschend an die Spitze des Wirtschaftsministerium geholt. Kurz zuvor hatte sich der zunächst für dieses Amt vorgeschlagene Unternehmer Jost Stollmann wieder zurückgezogen.
Müller forderte außerdem für sein Ministerium einen zweiten Parlamentarischen Staatssekretär. Seine "Lieblingsidee" sei es, mit dieser Position die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Grünen in seinem Hause stärker zu verankern. Zur Stabilisierung der Grünen gehöre es, "dass sie ihre durchaus vernünftige Wirtschafts- und Finanzpolitik populärer machen". Es sei der "Fehler eines Ahnungslosen" gewesen, dass er bei seinem Amtsantritt auf einen Staatssekretär verzichtet habe.
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