UMTS-Sendemast in Sachsen-Anhalt
Berlin - Die sechs künftigen Betreiber des UMTS-Mobilfunks müssen wegen angeblicher Gesundheitsrisiken durch die Strahlung mit massiven Bürgerprotesten rechnen. Der Sprecher des Bundesverbandes Bürgeriniativen Umweltschutz, Eduard Bernhard, sagte der "Welt am Sonntag", Anwohner nähmen den Bau zusätzlicher Antennen-Anlagen in der Nähe ihrer Wohnungen nicht mehr hin. "Wir erwarten massive Proteste, wenn nun auch noch Zehntausende UMTS-Anlagen installiert werden."
Klagen über Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen wegen bereits bestehender Mobilfunk-Anlagen hätten sich in der Vergangenheit gehäuft. Ende August war in Sachsen-Anhalt der bundesweit erste UMTS-Sendemast errichtet worden.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rechnet dem Bericht zufolge damit, dass 60.000 neue UMTS-Anlagen installiert werden. Dadurch erhöhe sich die Belastung durch die elektromagnetische Strahlung massiv, ohne dass die Umweltverträglichkeit je geprüft worden sei, sagte ein Sprecher.
Das Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer, Hajo Eckel, forderte die UMTS-Lizenzinhaber auf, die Umweltverträglichkeit der Strahlung untersuchen zu lassen. Versuche an Ratten und Hamstern hätten gezeigt, dass die Gedächtnisleistung erheblich eingeschränkt werde.
Mitte August war die Versteigerung der UMTS-Lizenzen mit einem Auktionserlös von knapp 100 Milliarden Mark zu Ende gegangen. Lizenz-Inhaber sind T-Mobil, Mannesmann, E-Plus Hutchison, Viag Interkom und die Bietergemeinschaften France Télécom/Mobilcom und Sonera/Telefonica.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH