27. November 2004, 00:00 Uhr

Neuer Menschenrechtsbeauftragter

Fischer holt Tom Koenigs in sein Ministerium

Außenminister Joschka Fischer (Grüne) holt sich einen alten Freund und Kampfgefährten aus Frankfurter Tagen zur Verstärkung in sein Ministerium. Tom Koenigs, 60, übernimmt nach Informationen von SPIEGEL ONLINE das Amt des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung - mit Büro auf der Leitungsetage des Auswärtigen Amtes.

Berlin - Der langjährige Vertraute, der bereits in Fischers erster Amtszeit als hessischer Umweltminister dessen Büro leitete, soll nicht nur die Menschenrechtspolitik der Regierung vertreten, sondern möglicherweise auch für internationale Missionen eingesetzt werden. Koenigs sei eine "echte Stütze", heißt es im Auswärtigen Amt, der eigentlich für die Aufgabe allein "deutlich überqualifiziert" sei.

Der international erfahrene Koenigs könnte dem Minister helfen, das Profil der grünen Außenpolitik gegen die Begehrlichkeiten der sozialdemokratischen Kabinettskollegen Heidemarie Wieczorek-Zeul (Entwicklung) und Otto Schily (Inneres) zu schärfen. Koenigs übernimmt den Posten von der Grünen-Abgeordneten Claudia Roth, die im September zur Parteivorsitzenden gewählt wurde. Fischer bot Koenigs die Aufgabe vorige Woche bei einem Abendessen in Guatemala an, wo der erfahrene Grünen-Politiker zwei Jahre lang die Uno-Delegation "Minugua" zur Überprüfung des Friedensvertrages von 1996 leitete. Davor führte der Grüne die Innen-Verwaltung der Uno-Mission "Unmik" im Kosovo. Die Personalie wurde in dieser Woche vom Kanzler abgesegnet.

Ralf Beste


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