Berlin - Die Vorlage für Auslandsverwendungszulage (AVZ) für die Einsätze in der Demokratischen Republik Kongo und in Gabun ist auf den Weg gebracht, doch der zuständige Minister Franz Josef Jung (CDU) hat sie noch nicht unterzeichnet. Das erfuhr SPIEGEL ONLINE aus gut informierten Kreisen.
Doch schon jetzt sorgt in der Truppe der Plan aus dem Verteidigungsministerium für Unruhe - denn für den immer wieder in der öffentlichen Diskussion als nicht ungefährlich eingestuften Einsatz im Kongo sollen die Soldaten pro Tag eine Zulage von 66,47 Euro erhalten, für Gabun, wo ein Teil der Kräfte für die Friedensmission bereit gehalten werden, sollen 53,69 Euro gezahlt werden.
Bundeswehr in Afghanistan: Maximale Auslandszulage möglich
Zum Vergleich: Im gefährlichsten Einsatzgebiet Afghanistan gibt es 53,69 bis 79,25 Euro. KSK-Männer, die in Kampfhandlungen verwickelt werden können, erhalten 92,03 Euro pro Einsatztag - die höchste AVZ.
Mit den Zulagen wird das Grundeinkommen der Soldaten im Auslandseinsatz deutlich angehoben.
Ein Beispiel: So kommt ein verheirateter Oberfeldwebel, Vater zweier Kinder, nach Abzug der Steuern auf monatlich rund 2.200 Euro. Als KSK-Mann erhält er in Afghanistan zusätzlich 92,03 Euro pro Tag. So kann er sein Einkommen auf rund 5.000 Euro netto im Monat steigern.
Das Verteidigungsministerium in Berlin wollte gegenüber SPIEGEL ONLINE die geplanten Zahlen für die AVZ im Kongo und in Gabun weder bestätigen noch dementieren. Eingeräumt wurde lediglich am Dienstag, dass eine AVZ-Vorlage auf dem Weg ins Ministerbüro sei.
Die Bundeswehr stellt als Teil eines EU-Einsatzes 780 Fallschirmjäger, Heeresflieger und Sanitäter für die Absicherung der ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten im Kongo. Diese sollen am 30. Juli stattfinden. Der Großteil des Kontingents soll im benachbarten Gabun in Bereitschaft stehen, der Rest im Raum Kinshasa eingesetzt werden.
Der Bundeswehr-Verband sprach sich am Dienstag für angemessene Auslandszulagen aus. "Es gibt eine Erwartungshaltung der Soldaten. In den Medien können sie ja nachlesen, welche Bedeutung von der Politik ihrem Auftrag öffentlich zugemessen wird. Das sollte sich auch in einer entsprechend hohen AVZ widerspiegeln", erklärte Oberstleutnant Dietmar Krüger, Mitglied des Bundesvorstands, gegenüber SPIEGEL ONLINE.
Severin Weiland
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