30. September 2006, 08:58 Uhr

Islamdebatte

Pofalla sieht Muslime als Hauptverursacher religiöser Gewalt

Religöse Gewalt gehe heute fast ausschliesslich von Muslimen aus, meint Ronald Pofalla. Der CDU-Generalsekretär fordert von der Gesellschaft mehr Einsatz für christlich geprägte westliche Werte. Es beschwere den Dialog, wenn man von Muslimen als "Ungläubiger" bezeichnet werde.

Hamburg - Brennende Fahnen und aufgehetzte Massen zeigten nur den "sichtbaren Teil des Fanatismus", schrieb Pofalla in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". "Das Problem religiös motivierter Gewalt ist heute fast ausschließlich ein Problem des Islam. Im Übrigen sind vielfach die Opfer die Muslime selbst." Zugleich verbat es sich der CDU-Generalsekretär, als Christ von Muslimen als "Ungläubiger" beleidigt zu werden. "Die Beleidigung, dass wir Christen von Muslimen als 'ungläubig' bezeichnet werden, beschwert den Dialog", schrieb er weiter.

Pofalla forderte von den Muslimen in Deutschland mehr Engagement für die westlichen Werte. "Was jetzt zählt, sind Taten. Zu erklären, man stehe hinter dem Grundgesetz, ist eine Selbstverständlichkeit. Wir erwarten mehr: Das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Gleichstellung von Mann und Frau sowie die scharfe Ablehnung jeder Form von Gewalt - sie müssen sich im alltäglichen Leben zeigen", schrieb der CDU-Politiker weiter.

Der Generalsekretär forderte von den Muslimen stärkere Kritikfähigkeit und vom Westen mehr Engagement im Kampf für diese Werte: "Die muslimische Seite muss bereit sein, Kritik anzunehmen. Und wir müssen bereit sein, für unsere christlich geprägten westlichen Werte einzustehen." Die über Jahre zelebrierte rot-grüne Multikulti-Ideologie habe den Eindruck vermittelt, "wir müssten für unsere Werte gar nicht mehr kämpfen. Das war ein Riesenirrtum. Wir lassen uns das Gut der freien Meinungsäußerung durch keinen noch so wütenden Protest irgendwo auf der Welt nehmen."

cai/afp


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