Hamburg - Der Deutschtürke Murat Kurnaz hat seit vergangener Woche einen Job in Deutschland. Kurnaz, der viereinhalb Jahre im US-Gefangenenlager Guantanamo gesessen hatte, arbeitet nach Informationen des SPIEGEL jetzt für ein von der Stadt Bremen finanziertes Projekt, das sich um die Sanierung und den Umbau des Bremer Problemviertels Tenever kümmert.
Murat Kurnaz: zuständig für Pressearbeit und Homepage des Bremer Viertels Tenever
Tenever ist ein Viertel am Rand von Bremen, das überwiegend von der Unterschicht bewohnt wird. 5500 Menschen wohnen hier, knapp die Hälfte lebt von staatlichen Sozialleistungen. Über zwei Drittel der Einwohner Tenevers kommt aus dem Ausland.
Kurnaz war im November 2001 in Pakistan festgenommen und den Amerikanern überstellt worden. Über Afghanistan wurde er nach Guantanamo gebracht und nach eigenen Angaben in der Gefangenschaft gefoltert. Er kam erst im Jahr 2006 frei. Der Fall wird derzeit von einem Bundestags-Ausschuss untersucht und bringt vor allem Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier politisch unter Druck.
Die Opposition wirft Steinmeier vor, er habe als Kanzleramtschef der früheren rot-grünen Regierung eine frühere Freilassung von Kurnaz aus dem US-Lager auf Kuba verhindert, obwohl dessen Unschuld klar gewesen sei.
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