26. April 2007, 18:07 Uhr

Wahl-Umfrage

SPD vor haushohem Sieg in Bremen

Die SPD darf bei der Bürgerschaftswahl in Bremen mit einem überwältigendem Sieg rechnen. Nach einer Umfrage liegt Regierungschef Jens Böhrnsen mit seiner Partei weit vor der CDU. Er kann damit die Große Koalition fortsetzen - oder Rot-Grün ansteuern.

Bremen - Die SPD lag bei der Befragung von Infratest dimap im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" zweieinhalb Wochen vor der Bürgerschaftswahl bei 42 Prozent. Damit erreichte die Partei von Böhrnsen fast das Ergebnis der Wahl von 2003 (42,3 Prozent).

Böhrnsen: Wahlsieg programmiert
DPA

Böhrnsen: Wahlsieg programmiert

Der Noch-Koalitionspartner CDU mit dem Spitzenkandidaten Thomas Röwekamp folgt demnach weit abgeschlagen mit 26 Prozent. Die Union verlor in der repräsentativen Telefonumfrage bei 1000 Bürgern 3,8 Prozentpunkte. Die Grünen legen auf 14,5 Prozent (12,8) zu.

Rechnerisch ist damit sowohl eine Fortsetzung der seit zwölf Jahren im kleinsten Bundesland regierenden Großen Koalition sowie ein rot-grünes Bündnis möglich. Laut Umfrage sind 54 Prozent der Befragten aber für die Fortsetzung von Rot-schwarz. Rot-grün kommt auf 37 Prozent. Böhrnsen hält sich bei der Frage, mit wem er koalieren will, noch bedeckt.

Die Linkspartei könnte bei der Wahl am 13. Mai erstmals in ein westdeutsches Landesparlament einziehen. Die Linke käme an der Weser auf 5,5 Prozent. Die FDP hätte mit 5 Prozent (2003: 4,2) ebenfalls gute Chancen, in die Bremer Bürgerschaft einzuziehen.

Nach Bremer Wahlrecht reicht es dazu aus, in einer der beiden Städte - Bremen oder Bremerhaven - die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Diese Regelung hat schon bisher dafür gesorgt, dass die FDP mit einem Abgeordneten im Landesparlament vertreten ist. Die rechtsextreme DVU erreicht in der Sonntagsfrage von Infratest dimap 2 Prozent (2,3). Sonstige Parteien kommen auf insgesamt 5 Prozent (6,9). Die Abstimmung in Bremen ist die einzige Landtagswahl in Deutschland in diesem Jahr.

Amtsinhaber Böhrnsen ist laut der Umfrage auch angesehener bei den Wählern als sein Rivale. Bei der Frage der möglichen Direktwahl des Bürgermeisters lag der SPD-Mann mit 52 Prozent deutlich vor Röwekamp (19 Prozent).

Unentschlossenen Wählern bietet SPIEGEL ONLINE mit dem Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung eine Entscheidungshilfe an.

als/dpa/AP


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