Berlin - Im ARD-Deutschlandtrend, der heute veröffentlicht wurde, antworteten 78 Prozent der befragten Bürger, sie profitierten nicht vom Anziehen der Konjunktur. Im Osten haben sogar 83 Prozent der Befragten diesen Eindruck, im Westen 77 Prozent. Der Eindruck ist umso stärker, je niedriger das Einkommen ist. So sehen 90 Prozent derer, die ein
Haushaltseinkommen unter 1500 Euro haben, keinen persönlichen Nutzen aus dem Aufschwung.
In der "Sonntagsfrage" zur Parteipräferenz konnte die SPD von der Unterstützung für ihre sozialpolitischen Forderungen nicht profitieren. Die Sozialdemokraten verharren laut Deutschlandtrend unverändert bei 27 Prozent, während die CDU/CSU um einen Punkt auf 40 Prozent zulegt. Nur leichte Verschiebungen gibt es auch bei den kleineren Parteien.
Die Linke legt um einen Punkt zu auf elf Prozent, während die Grünen um ebenfalls einen Punkt auf zehn Prozent zurückfallen. Auch die FDP verliert einen Punkt und liegt nun bei acht Prozent. Befragt wurden für die Sonntagsfrage 1500 Bürger und für die übrigen Fragen 1000 Bürger im Zeitraum vom 1. bis 2. Oktober.
Besonders hohe Anerkennung erfährt die Union für ihre
Wirtschaftskompetenz. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) sieht sie am ehesten in der Lage, den Wirtschaftsstandort Deutschland voranzubringen. Das sind fünf Punkte mehr als Anfang des Jahres. Auch ist die Union die Partei, der die Bundesbürger am ehesten zutrauen, Kriminalität und Terror zu bekämpfen (54 Prozent), eine verlässliche Außenpolitik zu betreiben (44 Prozent) sowie Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen (42 Prozent), wie aus der Umfrage hervorgeht. Die SPD hingegen ist die Partei der sozialen Gerechtigkeit: 40
Prozent der Bundesbürger trauen ihr am ehesten zu, für soziale
Gerechtigkeit in Deutschland zu sorgen. Auf diesem Kompetenzfeld sehen nur 18 Prozent die Union vorn.
In der Kanzlerpräferenz der Deutschen wird der Vorsprung von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) gegenüber SPD-Chef Kurt Beck immer größer. Dem ARD-Deutschlandtrend zufolge würden sich 67 Prozent bei einer Direktwahl für Merkel entscheiden. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als im September. Beck kam dagegen wie im Vormonat nur auf 19 Prozent.
kai/AP/Reuters/ddp/dpa
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