07. September 2008, 16:31 Uhr

SPD

Beck gibt auf, Kanzlerkandidat Steinmeier fordert Ende der Flügelkämpfe

Umbruch bei der SPD: Kurt Beck hat sein Amt als Parteichef abgegeben - vorläufig wird Frank-Walter Steinmeier die Sozialdemokraten führen. Später soll Franz Müntefering an die Spitze rücken.

Werder - Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat seinen Rücktritt erklärt. Nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat Beck bei der Klausurtagung der SPD-Führung in Werder am Schwielowsee mitgeteilt, dass er nicht mehr für das Amt zur Verfügung stehe. Er selbst habe Becks Vorvorgänger Franz Müntefering als Nachfolger vorgeschlagen, sagte Steinmeier.

Das Präsidium sei diesem Vorschlag gefolgt, und Müntefering sei bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Steinmeier kündigte an, er selbst werde die Partei vorerst als Interimsvorsitzender führen, bis ein Sonderparteitag den neuen Vorsitzenden wähle.

Steinmeier sprach von einem schwierigen Tag für die SPD. Beck habe erklärt, für ihn habe seit vielen Monaten festgestanden, dass er, Steinmeier, die Kanzlerkandidatur übernehmen solle. Beide seien sich über diese Rollenverteilung einig gewesen.

Steinmeier versprach, er wolle dafür kämpfen, dass in 365 Tagen wieder ein Sozialdemokrat regiert. "Ich trete nicht an, um auf Platz zu spielen", sagte er und versicherte: "Wir sind besser gerüstet als wir glauben." Die SPD wolle das Land neu gestalten. "Wir wollen, dass niemand am Rand der Gesellschaft zurückbleibt."

jul/AP/dpa


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