1. Mai in Berlin Ruhe nach Randalen

Am Donnerstagabend waren in Berlin-Kreuzberg Flaschen und Steine geflogen, Autos wurden demoliert, Rauch zog durch die Straßen. Im Laufe der Nacht beruhigte sich die Lage.


Eskalation statt Deeskalation: Von einem brennenden Auto aus wirft ein Randalierer mit Steinen
AP

Eskalation statt Deeskalation: Von einem brennenden Auto aus wirft ein Randalierer mit Steinen

Berlin - Ein Sprecher der Polizei teilte am Freitagfrüh in Berlin mit, man registriere keine Gewalttaten mehr.

Nach friedlichen Demonstrationen, darunter die "Revolutionäre 1.Mai-Demonstration" mit 5000 Teilnehmern, und Straßenfesten war es am Donnerstagabend im Berliner Bezirk Kreuzberg zu Ausschreitungen gekommen. 100 bis 150 Randalierer schleuderten Flaschen und Steine gegen die aufmarschierte Polizei. Die teilweise vermummten Gewalttäter schossen auch ohne ersichtlichen Grund Feuerwerkskörper ab. Autos wurden am Heinrichplatz demoliert, umgestürzt und angezündet, Rauschwaden zogen durch die Straßen. In einem Autohaus wurden die Fensterscheiben eingeschlagen.

Zunächst schritt die Polizei nicht ein, obwohl Vermummte auch Steine in Richtung Polizei und Presse warfen. Eine Polizeisprecherin sagte, man habe sich bewusst zurückgehalten, und das habe anfangs erkennbar verunsichernd gewirkt.

1.-Mai-Feiertag: Eine Demonstrantin bejubelt ein brennendes Auto
DPA

1.-Mai-Feiertag: Eine Demonstrantin bejubelt ein brennendes Auto

Dann ging die Polizei doch massiv mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Randalierer vor. Ein Sprecher sagte: "Es ist, wie wir gesagt haben: Wenn etwas passiert, greifen wir ein." Ob Personen bei den Ausschreitungen zu Schaden kamen, war zunächst nicht bekannt.

Nur wenige Minuten zuvor hatte Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch betont, am Polizeikonzept der Deeskalation festzuhalten. Die Polizeikräfte wollten sich zurückhalten, solange Demonstrationen friedlich verlaufen. Seit 16 Jahren ist es bei den Feiern zum 1. Mai in Berlin immer wieder zu Ausschreitungen in Kreuzberg gekommen.



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