11. September Terrororganisator plante Anschlag mit zehn Jets

Neue Erkenntnisse zum Terroranschlag vom 11. September: Der mutmaßliche Organisator Chalid Scheich Mohammed hat gegenüber US-Ermittlern offenbar ausgesagt, dass ursprünglich ein Angriff mit zehn Flugzeugen geplant war. Außerdem geht aus den Vernehmungsprotokollen hervor, dass Mohammed Atta nicht Anführer der Todespiloten war.


Soll den Terroranschlag geplant haben: Chalid Scheich Mohammed nach seiner Festnahme
AP

Soll den Terroranschlag geplant haben: Chalid Scheich Mohammed nach seiner Festnahme

Washington - Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass die Anschlagspläne aus dem Jahr 1996 herrühren. Das hätten die Verhöre Chalids ergeben, der als Qaida-Mitglied, Vertrauter Osama Bin Ladens und Chefplaner der Anschläge gilt. AP hat nach eigenen Angaben in die Protokolle Einblick nehmen können.

Demnach sagte Mohammed, er habe 1996 erstmals mit Bin Laden über die Terroranschläge gegen die USA gesprochen. Ursprünglich sei beabsichtigt gewesen, an der Ost- und der Westküste der USA jeweils fünf Passagierflugzeuge zu entführen. In der Endphase sei auch einmal geplant gewesen, den Angriffen mit den vier Flugzeugen eine zweite Welle mit Selbstmord-Flugzeugentführern im asiatischen Raum folgen zu lassen.

Wie aus den Protokollen weiter hervorgeht, war nicht Mohammed Atta der Kopf der Entführer, wie bisher angenommen wird. Köpfe der Operation seien Chalid al-Midhar und Nauaf al-Hamsi gewesen. Auch sie gehörten zu den Flugzeugentführern des 11. Septembers.

Al-Midhar, al-Hamsi: Waren sie die Führer des Terrorkommandos?
REUTERS

Al-Midhar, al-Hamsi: Waren sie die Führer des Terrorkommandos?

Für die Anschläge vom 11. September auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington sowie ein weiteres bislang nicht bekanntes Ziel wurden schließlich vier Flugzeuge benutzt.

Laut den Protokollen enthüllte Mohammed in seinen Vernehmungen auch Pläne für weitere Anschläge. Einzelheiten dazu wurden AP aber nicht zugänglich gemacht.

Mohammed wurde am 1. März dieses Jahres in einer gemeinsamen Aktion der pakistanischen Sicherheitskräfte und des US-Geheimdienstes CIA in Rawalpindi gefasst. Er wird seither von CIA-Beamten an einem geheimen Ort vernommen.



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