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150 Jahre SPD: "Herzlichen Glückwunsch, du alte Tante!"

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Gratulanten zum 150. Geburtstag der SPD Zur Großansicht

Gratulanten zum 150. Geburtstag der SPD

Die älteste deutsche Partei hat Geburtstag. Die SPD feiert in Leipzig, wo sie vor 150 Jahren gegründet wurde. Da blicken selbst politische Gegner eher milde auf den Jubilar. Für SPIEGEL ONLINE formulieren zehn Prominente ihre Wünsche für die Zukunft der Sozialdemokraten.

Berlin - Ein stolzes Alter, 150 Jahre. Das muss man erst mal schaffen, bei all den Irrungen und Wirrungen der deutschen Geschichte in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten. Umso stolzer präsentiert sich die SPD an diesem Donnerstag in Leipzig, wo sie mit einem großen Festakt im Beisein von Kanzlerin und Bundespräsident ihren 150. Geburtstag feiert.

Gegründet als Arbeiterverein, machte die Partei viele Häutungen und Veränderungen durch. Wofür steht die Partei heute? Wie sieht ihre Zukunft aus? SPIEGEL ONLINE hat zehn Prominente nach ihrer Meinung gefragt. Und selbst einer wie Oskar Lafontaine, einst SPD-Vorsitzender und inzwischen als Linken-Politiker einer ihrer schärfsten Kritiker, gibt sich für seine Verhältnisse geradezu milde mit Blick auf die alte Tante EsPeDe. Natürlich erhofft er sich mehr linke Politik von den Sozialdemokraten.

Der Entertainer Thomas Gottschalk hegt immerhin "Hoffnung auf lange Sicht" für die SPD, "hoch verehrungswürdig" nennt der Schriftsteller Martin Walser die deutsche Sozialdemokratie, die Piraten-Politikerin Marina Weisband wünscht sich mehr Kampfgeist von ihr.

Politische Freunde und Gegner, wohlwollende und kritische Beobachter gratulieren den Sozialdemokraten auf SPIEGEL ONLINE zum 150. Geburtstag - und beantworten die ketzerische Frage: Wird die SPD noch gebraucht?

Bundeswirtschaftsminister, Vizekanzler und FDP-Parteichef Philipp Rösler Zur Großansicht
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Bundeswirtschaftsminister, Vizekanzler und FDP-Parteichef Philipp Rösler

Philipp Rösler: "Eine gute, starke Oppositionspartei"

Keine Frage, die Sozialdemokratische Partei hat sich um Deutschland verdient gemacht. Sie war eine große Volkspartei, und sie hat auch Chancen, es zu bleiben. Ihr Eintreten für Freiheit und Demokratie, für soziale Gerechtigkeit und die Aufstiegschancen der sogenannten kleinen Leute, ihr Bemühen um den Zusammenhalt der Gesellschaft haben ihren unverrückbaren Platz in der deutschen Geschichte.

Gerade heutzutage aber scheint es, als ginge die Balance zwischen den Belangen des Einzelnen und den vermeintlichen Interessen der Gemeinschaft verloren. Zweifellos aber wird die SPD weiter gebraucht - als gute, starke Oppositionspartei.


Martin Walser, Schriftsteller und früherer SPD-Wahlkämpfer Zur Großansicht
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Martin Walser, Schriftsteller und früherer SPD-Wahlkämpfer

Martin Walser: "Ohne Konkurrenz schläft das soziale Gewissen der CDU ein"

Wird die SPD noch gebraucht? Eine absurde Frage. Ich hoffe, gemeint sei: Warum brauchen wir die SPD noch? Also: Ohne Konkurrenz schläft das soziale Gewissen der CDU ein. Und wenn wir im Irak beim Krieg mitmachen sollen, müssen wir einen SPD-Kanzler haben (Schröder), der uns davor schützt.

Ich beurteile Parteien schon lang nicht mehr nach ihren Programmen, sondern nach den Persönlichkeiten, die sie hervorbringen. Und Wehner, Brandt und Schmidt waren für mich vertrauenerweckend. Wenn auch gelegentlich Misstrauen angebracht war, nämlich: Vietnam-Krieg und die deutsche Teilung.

Aber als die deutsche Partei, die mehr deutsche Geschichte enthält als jede andere, ist die SPD hoch verehrungswürdig. Und dazu muss sie nicht unbedingt wählbar sein.


Grünen-Mitbegründerin und Publizistin Jutta Ditfurth Zur Großansicht
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Grünen-Mitbegründerin und Publizistin Jutta Ditfurth

Jutta Ditfurth: "Die ersten 50 Jahre waren interessant"

Die ersten 50 Jahre waren interessant, da war die SPD politischer Ausdruck der Arbeiterbewegung. Der tapfere August Bebel lobte 1871 im Reichstag die Pariser Commune. Über's Erfurter Programm konnte man noch streiten. Mit den Kriegskrediten von 1914 und dem Verrat der Novemberrevolution 1918/19 war die SPD als fortschrittliche Kraft am Ende. Es gab viele mutige Antifaschisten, aber dominant blieben Hardliner wie Noske und obrigkeitsstaatliche Kleinbürger wie Ebert - bis heute.

Nach dem Krieg spaltete und befriedete die SPD die Arbeiterbewegung per "Sozialpartnerschaft". 1959 entschied sie sich endgültig für Kapitalismus und Nato, aber - gratuliere! - mit dem Rauswurf des SDS 1961 bekam die Apo unabsichtlich eine unabhängige Organisation. In den siebziger Jahren wurden wir AKW-Gegner von der SPD-Führung als "Terroristen" beschimpft. Seit 1998 wird die SPD für Kriege und Sozialstaatszerstörung gebraucht, im Herbst 2013 droht auch dafür wieder eine Große Koalition. Aufrichtig gratulieren kann ich für Brandts Kniefall in Warschau.


Bernhard Vogel (CDU), Ex-Ministerpräsident von Thüringen und Rheinland-Pfalz Zur Großansicht
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Bernhard Vogel (CDU), Ex-Ministerpräsident von Thüringen und Rheinland-Pfalz

Bernhard Vogel: "Zehn Gründe, warum es die SPD braucht"

1. Weil sie als eine der beiden Volksparteien seit 1945 wesentlich zur Stabilität unseres demokratischen Gemeinwesens beigetragen hat.
2. Weil sie sowohl in der Regierung wie in der Opposition andere Parteien immer wieder herausgefordert hat.
3. Weil sie sich ihr Leben nie besonders leicht gemacht hat.
4. Weil sie als einzige Partei im März 1933 den Mut hatte, gegen das Ermächtigungsgesetz Hitlers zu stimmen.
5. Weil sie sich von einer sozialistischen Partei zu einer sozialdemokratischen Partei gewandelt hat.
6. Weil sie fähig war, Sackgassen zu verlassen und sich zu korrigieren, zum Beispiel sich mit ihrem Godesberger Programm vom November 1959 zum freien Wettbewerb und zur Landesverteidigung zu bekennen.
7. Weil sie gelegentlich den Mut hatte, als richtig erkannte Entscheidungen auch gegen die Mehrheitsmeinung durchzusetzen, zum Beispiel die Agenda 2010.
8. Weil zu hoffen steht, dass sie die schädliche Abspaltung im linken Parteienspektrum früher oder später überwinden wird, wie ihr das in der Vergangenheit mehrfach gelungen ist.
9. Weil - wie im Fußball - jeder Mannschaft, die gewinnen will, leistungsfähige Konkurrenz nur zum Ansporn dienen kann.
10. Warum sollte man die SPD gerade heute nicht mehr brauchen? Es ist richtig, dass Bundespräsident und Bundeskanzlerin an der Feier zu ihrem 150. Geburtstag teilnehmen.


Entertainer Thomas Gottschalk Zur Großansicht
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Entertainer Thomas Gottschalk

Thomas Gottschalk: "Man muss das mit der SPD sportlich sehen..."

Irgendwie drängt sich mir der Vergleich zu einem Traditionsverein auf, der immer oben mitspielt, aber (obwohl sportlich sauber und menschlich edel) die Meisterschaft deswegen nie packt, weil er das Finale fast regelmäßig vergeigt.

Zum Heldenstatus haben es nur Willy Brandt und Helmut Schmidt gebracht, Gerhard Schröder wird ebenso ungerecht behandelt wie Lothar Matthäus. Ansonsten erinnere ich mich an heldenhafte Einsätze, unglückliche Verlierer und meistens an Scheitern durch Teamversagen. Dabei tat einem die SPD immer ein bisschen leid, denn irgendwann hätte man es ihr auch mal gegönnt, aber eingebrockt hat sie es sich meist selber: Die Mannschaftsaufstellungen waren selten überzeugend, begnadete Einzelakteure wurden freiwillig vom Platz genommen, um den Teamgeist nicht zu gefährden, oder wurden von den eigenen Mitspielern gefoult.

Was beim Abstieg zusammenhielt, fiel beim Aufstieg sofort wieder auseinander, nur bei Wohltätigkeitsspielen lief das Team regelmäßig aber kurzfristig zur Hochform auf. Ich bin auch für die nächste Spielzeit nicht besonders optimistisch, habe aber Hoffnung auf lange Sicht.

Was sind 150 Jahre, wenn es um ewige Werte geht.


Piratenpartei-Politikerin Marina Weisband Zur Großansicht
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Piratenpartei-Politikerin Marina Weisband

Marina Weisband: "Lasst euch nicht unterkriegen"

Die SPD hat sich nicht erledigt, und so leicht kommt ihr aus der Nummer nicht raus. Denn nach 150 Jahren haben sich die Probleme, aufgrund derer die Partei sich gegründet hat, nicht erledigt. Noch immer werden Menschen auf dem Arbeitsmarkt ausgebeutet. Noch immer ist die Chance auf gute Bildung nicht für alle gleich. So wie das Frauenwahlrecht ohne die SPD nicht erreicht worden wäre, wird es ohne die Stimmen der SPD keine ernstzunehmenden Mindestlöhne geben.

In einer Zeit, in der jede(r) vierte Erwerbstätige als prekär beschäftigt gilt, müssen wir uns nicht darüber unterhalten, ob Sozialdemokratie als politische Strömung noch einen Sinn hat. Schön wäre es, wenn wir eine SPD vorfänden, die die ganz alten Prinzipien ungebrochen auf die neue Wirklichkeit überträgt. Angesichts des veränderten Arbeitsmarkts wäre es zum Beispiel zukunftsweisend, wenn die historische Partei der sozialen Gerechtigkeit auch über Konzepte wie das bedingungslose Grundeinkommen nachdenkt.

Lasst euch nicht unterkriegen, lasst euch nicht kaufen, lasst uns zusammen Gesellschaft gestalten!


Oskar Lafontaine, Linken-Politiker und früherer SPD-Vorsitzender Zur Großansicht
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Oskar Lafontaine, Linken-Politiker und früherer SPD-Vorsitzender

Oskar Lafontaine: "Unverzeihliche Fehler"

Eine sozialdemokratische Partei, die sich für bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und Renten, vor allem für Leiharbeiter, Niedriglöhner und befristet Beschäftigte einsetzte, wäre heute wichtiger denn je.

Leider hat die SPD mit ihrer Agenda-Politik die Verschlechterung der Lebensbedingungen vieler Arbeitnehmer und Rentner selbst herbeigeführt. Steinbrück, Gabriel und Steinmeier verteidigen diese Politik bis zum heutigen Tag. Unverzeihlich ist der Abschied der SPD von den gesetzlichen Sozialversicherungen und die Teilprivatisierung des Sozialstaates. Millionenfache Altersarmut ist vorprogrammiert, und die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich hat ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht.

Willy Brandt hat in seiner unvergessenen Friedensnobelpreis-Rede den Satz geprägt: "Krieg ist nicht die ultima ratio, sondern die ultima irratio." Seine Nachfolger haben diesen Satz nicht beherzigt. Die Zustimmung zu deutschen Kriegseinsätzen wie in Jugoslawien und Afghanistan war eine Abkehr von der Friedenspolitik Willy Brandts.

Die Zustimmung des Bundestags zum Lissabon-Vertrag, zu den vielen Rettungsschirmen und zum Fiskalpakt, die ohne die SPD nicht möglich gewesen wäre, treibt die Völker Südeuropas ins Elend. Der europäische Einigungsprozess ist durch diese Austeritätspolitik in großer Gefahr, Europa schlittert in eine existentielle Krise.

Erst wenn die SPD wieder einen starken Sozialstaat befürwortet, zur Friedenspolitik Willy Brandts zurückkehrt und die Unterstützung einer Politik aufgibt, die die Völker Europas gegeneinander aufbringt, wird die einst beschworene Mehrheit links der Mitte wieder möglich. Nur dann kann der Sozial- und Demokratieabbau in Deutschland und Europa beendet werden.


Schriftsteller Feridun Zaimoglu Zur Großansicht
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Schriftsteller Feridun Zaimoglu

Feridun Zaimoglu: "Herzlichen Glückwunsch, du alte Tante!"

Ich komme aus einer ursozialdemokratischen Familie. Sozialdemokratisch bedeutet für mich, dass die Partei weiß, was die einfachen Leute, das vielbeschworene Volk, bewegt. Heute hat die SPD da ein kleines Problem: Sie ist von Akademikern gekapert worden, die eher auf Kommunikationsagenturen und Vermarktungsstrategien setzen als auf das, was vor ihrer eigenen Haustür passiert. Die SPD hat, wenn man so will, zu viel Schampus mit Werbefuzzis getrunken.

Ich bin dafür, dass Frau Merkel (Schnauze voll) abgewählt wird. Das könnte auch klappen. Aber dafür muss sich etwas ändern. Ich wünsche mir mehr Volk von der SPD. Sie muss rausgehen und schauen, was der Bäcker sagt und der Friedhofsgärtner will, was die Rentnerin meint, die Kassiererin bei Kik und die alleinerziehende Mutter. Die SPD muss für jene Leute da sein, die viel arbeiten und wenig Geld verdienen. Ich wünsche mir von der SPD und ihren Repräsentanten, dass man ihr wieder abnimmt, dass sie sozialdemokratisch sind. Und ich wünsche mir Demut vor den Wählerinnen und Wählern.


Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) Zur Großansicht
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Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU)

Rita Süssmuth: "Die SPD hat sich immer wieder der Selbstüberprüfung gestellt "

Braucht es die Sozialdemokratie noch? Diese Frage kann für mich nur mit einem klaren JA beantwortet werden. Das WARUM ergibt sich aus unserem demokratischen Grundverständnis. Der Monopolanspruch einer Volkspartei würde die Demokratie ad absurdum führen. Notwendig sind das Angebot und die Wahl von Alternativen. Gerade in Zeiten sich überschlagenden Wandels mit atemberaubenden technischen Entwicklungen und einer Marktwirtschaft mit schärfstem Wettbewerb haben sich die Volksparteien verstärkt den Fragen und Problemen der Bürgerschaft zu stellen.

Die Bürgerschaft will wissen, wie die Politik mit Recht und Gerechtigkeit, nachhaltigem Wirtschaftswachstum und sozialer Sicherung, unserem geistigen Potential und unseren natürlichen Ressourcen umgehen soll. Die Positionen sind in den Parteiprogrammen konkret und glaubwürdig herauszuarbeiten, mit Schnittmengen zu anderen Parteien, aber gerade auch mit ihren Unterschieden.

Volksparteien stehen heute verstärkt auf dem Prüfstand, viel Vertrauen ist verlorengegangen und muss zurückgewonnen werden. Die Sozialdemokratie hat wie die Christlich Demokratische Union entscheidend zum Aufbau und Erhalt der Demokratie in Deutschland beigetragen. Sie hat sich immer wieder der Selbstüberprüfung gestellt, konzeptionelle Neuausrichtungen vollzogen und das kontroverse Ringen um den Sozialstaat und die soziale Gerechtigkeit nie aufgegeben.


Autor und Schriftsteller Peter Schneider Zur Großansicht
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Autor und Schriftsteller Peter Schneider

Peter Schneider: "Die anständigste Partei in Deutschland"

Natürlich wird Deutschland die SPD auch in Zukunft brauchen. Sie ist ja nur deswegen die älteste Partei, weil sie auch die anständigste Partei in Deutschland ist - die einzige, die sich nach der Gründung der BRD und nach dem Fall der Mauer nicht neu formieren oder umbenennen musste; weder mit der einen noch mit der anderen deutschen Diktatur war sie verstrickt.

Aber warum verkauft sie sich und ihre Leistungen so schlecht? Warum schaut sie zu, wie Angela Merkel praktisch jedes lebensfähige Pflänzchen aus dem Garten der SPD umtopft und mit der Aufschrift CDU versieht?

Ich wünsche ihr mehr Besitzerstolz, mehr Entschlossenheit gegen die Diktatur der Finanzmärkte und mehr Kampfgeist für junge Gründer und das Projekt Europa.


BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: Zur Großansicht
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BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke:

Hans-Joachim Watzke: "Ohne die SPD wäre unser Land ärmer"

"Da ich grundsätzlich sehr viel von Tradition halte, gilt das natürlich auch für die Politik. Darüber hinaus bin ich ein absoluter Anhänger der Idee der Volkspartei. Die SPD ist als Arbeiterpartei gegründet worden, hat sich aber insbesondere mit dem Godesberger Programm verändert, geöffnet und modernisiert. Auf diese Weise ist sie zu einer der beiden großen Volksparteien geworden.

Was mir in der Tradition der SPD natürlich gefällt ist, dass sie immer auf der Seite der Demokratie war. Mir gefällt weiß Gott ansonsten nicht alles an der SPD, aber ohne diese Partei wäre unser Land anders und sicherlich auch mit Hinblick auf die letzten 150 Jahre ärmer."

Mitarbeit: Severin Weiland 

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insgesamt 217 Beiträge
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1. Ganz schön jung
bolonch 23.05.2013
Die Bildunterschrift lautet: "Gratulanten zum 15. Geburtstag der SPD "
2. Herzlichen Glückwunsch
idealist100 23.05.2013
Zitat von sysopDie älteste deutsche Partei hat Geburtstag. Die SPD feiert in Leipzig, wo sie vor 150 Jahren gegründet wurde. Da blicken selbst politische Gegner eher milde auf den Jubilar. Für SPIEGEL ONLINE formulieren zehn Prominente ihre Wünsche für die Zukunft der Sozialdemokraten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/150-jahre-spd-a-901086.html
Herzlichen Glückwunsch kann man angesichts der Führungsspitze wohl schlecht formulieren. Die spd der frühen Jahre hat sich für Ideale eingesetzt aber immer mit den Kapitalisten geliebäugelt. Beim Ermächtigungsgesetzt, der Wiederbewaffnung und damit Förderung einer Militärgüterindustrie. Wenn Sie an der Regierung war hat sie immer gegen ihren eigenen Anspruch gehandelt. Sie ist zur einer Asozialen Kriegspartei mutiert. Kurt Schumacher oder Willi Brandt würden sich von diesem Verein verabschieden genau so wie mehr als 50% ihrer ehemaligen Mitglieder. Deshalb sind Glückwünsche nicht angebracht.
3. Oskar Lafontaine...
malitia 23.05.2013
...ist der einzige, der hier mal die Wahrheit sagt. Alles andere ist nur Heuchelei. Es gibt eine alte Weisheit: Wenn deine politischen Gegner dich loben, dann machst du was falsch. Aber das scheint die heutige SPD nicht zu begreifen. Ich, als ehemaliger SPD-Wähler, kann dieser Partei nicht gratulieren. Mein Großvater, der ein echter Sozialdemokrat war, würde sich im Grab herumdrehen wenn er diese Politik noch erleben würde!
4. optional
kjartan75 23.05.2013
Man weiß ja, dass in diesem Forum sofort wieder die Meckerei losgehen wird. Ich hingegen sage: Herzlichen Glückwunsch an die SPD und bin immer noch sehr froh, dass sie im Parteienspektrum vertreten ist. Lange habe ich auch mit ihr gehadert und tue es bisweilen immer noch, doch immer mehr gelange ich zur Einsicht, dass ich dieser Partei im September meine Stimme geben werde (trotz Steinbrück), weil andere Parteien aus unterschiedlichen Gründen für mich weniger wählbar sind.
5. Gratulation und Kritik
holdensturm 23.05.2013
Die SPD hat eine lange, bewegende Geschichte. Nach 150 Jahren noch immer das politische Geschehen in Deutschland entscheidend mitzubestimmen, das ist noch keiner anderen Partei gelungen. Sie hat sich gewandelt, hat alte Prinzipien über den Haufen geworfen und immer wieder aufs neue versucht, ihre Rolle in einer immer dynamischeren Welt zu finden. Dennoch ist ihr Abstieg in jüngerer Zeit bezeichnend dafür, dass die SPD in ihren letzten Veränderungen mit ihren ureigensten Prinzipien, den Grundpfeiler ihres langanhaltenden Erfolgs, gebrochen hat. Damit ist ihr Status als mehrheitsfähige Volkspartei dahin. Die SPD wird bei der nächsten Wahl nicht die geringste Chance auf ein Ergebnis 40 Prozent haben, sondern kann sich schon glücklich schätzen, wenn sie in der Nähe von 30 Prozent landet. Ohne eine tiefgreifende Rückbesinnung auf alte Stärken wird die SPD auch in der Kapitalismuskrise aus diesem Zustimmungstief nicht heraus klettern können. Trotzdem wünsche ihr alles Gute für die Zukunft. Konkurrenz beflügelt das Geschäft!
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