20 Jahre Wiedervereinigung Einigkeit und Triumph und Absturz

20 Jahre wiedervereinigtes Deutschland: ein historisches Wunder - mit Schattenseiten. Für viele war es der Start in eine bessere Zukunft, für andere begann der Niedergang. SPIEGEL ONLINE zeigt Gewinner und Verlierer der Einheit.


41 Jahre und 132 Tage lang war Deutschland in West und Ost geteilt. Der Mut der DDR-Bürgerrechtler und der Zerfall der Sowjetunion brachten die Mauer im November 1989 zum Einsturz, die Entschlossenheit von Kanzler Helmut Kohl trug wesentlich dazu bei, die beiden Staaten schon ein knappes Jahr später wieder zu vereinen. Binnen nicht mal zwölf Monaten wurde die Landkarte Deutschlands ohne einen einzigen Schuss radikal verändert. Eine Revolution.

Welche heftigen Widerstände die Architekten der Einheit zu überwinden hatten, offenbaren bislang geheime Dokumente aus dem Archiv des Auswärtigen Amtes, die dem SPIEGEL vorliegen: Vor allem die westlichen Verbündeten waren alarmiert, wollten die Wiedervereinigung verhindern oder zumindest hinauszögern. Das deutsch-französische Verhältnis stand sogar kurz vor dem Bruch. Dass die Einheit am Ende so schnell kam, ist deshalb vor allem auch: ein historisches Wunder.

So haben es viele Menschen in Ost und West erlebt. Millionen Bürger, aber auch viele Städte, Institutionen und Unternehmen haben enorm von der Wiedervereinigung profitiert. Für sie war es der Start in ein neues Leben, eine bessere Zukunft. Auch manche scheinbare Nebensächlichkeit gehörte zu den Gewinnern der Einheit, etwa der berühmte DDR-Rechtsabbiegerpfeil.

Auf der anderen Seite stehen die Verlierer. Für die die Wiedervereinigung nicht Aufbruch, sondern Absturz bedeutete, deren Welt aus den Fugen geriet oder die nach anfänglichen Höhenflügen umso härter landeten. Auch hierzu gehören nicht nur Personen, sondern auch Firmen, Institutionen, Symbole.

Von Maybrit Illner bis Wolf Biermann, vom Ampelmännchen bis zum Staatshaushalt - SPIEGEL ONLINE zeigt Gewinner und Verlierer der Deutschen Wiedervereinigung. Klicken Sie auf das Bild:

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 130 Beiträge
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Guitas 28.09.2010
1. 20 Jahre Wiedervereinigung,
...die für alle "blühende Landschaften" brachte, in dem die Mauer fiel und die Meinung "offen" -ohne staatlichen Widerspruch- vorgenommen werden konnte, sowie Reisefreiheit.
loetilein 28.09.2010
2. Ja und?
Bei der Betrachtung der Wiedervereinigung sollte nicht danach beurteilt werden wieviele Gewinner und Verlierer es gab. Das jeweilige System sollte vielmehr auf Zukunftsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Gerechnigkeit geprüft werden und da sieht es heute leider genauso mieß aus wie damals. Miß- und Vetternwirtschaft = unverändert zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit = unverändert mangelnde Chancengleichheit = unverändert Angst der Bürger = unverändert ideologische Verblendung = unverändert verschwendung der Resourcen = unverändert Staatsmedien = unverändert Dieser Katalog ließe sich belibig fortsetzen,sicher gibt es einpaar Verbesserungen denen stehen aber mindestens genausoviel Verschlechterungen gegenüber. Und nein, ich möchte nicht Honecker zurück haben es muß doch außer den Verbrechern von damals und heute noch was anderes geben. Wenn uns da nichts mehr einfällt, na dann Gute Nacht, dann haben wir die Bild-Zeitunglange genug gelesen.
stanis laus 28.09.2010
3. " für andere begann der Niedergang"
Richtig. Für die im Westen. Seit 1990 keinerlei Steigerung der Lebensqualität.
Optimisten, 28.09.2010
4. Es ist alles besser!
Zitat von sysop20 Jahre wiedervereinigtes Deutschland: ein historisches Wunder - mit Schattenseiten. Für viele war es der Start in eine bessere Zukunft, für andere begann der Niedergang. SPIEGEL ONLINE zeigt Gewinner und Verlierer der Einheit. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,719866,00.html
Typisch Deutsch - immer was zu meckern. Statt sich als Hungernder über die Suppe zu freuen, erteinmal ein Haar darin suchen. Welcher Niedergang bitte? Die DDR war pleite und wurde gerettet, alle Ossis würden in dem DDR System heute deutlich schlechter stehen, daher gab es dort wohl keinen Niedergang. Und der wqesten hat auch profitiert. Hinzu kommen die nicht materiellen Werte wie Freiheit, Demokratie, etc. Also: Alles besser als vor 20 Jahren!
hilfloser, 28.09.2010
5. Ich selbst
kann mich noch genau an den Tag der Wiedervereinigung erinnern. Hab zu dem Zeitpunkt in Hamburg Bergedorf gewohnt, nahe der Lauenburgischen Grenze. Ich denke niemand will ernsthaft bestreiten das DAS nun wirklich ein historisch zu nennender Geschichtabschnitt war. Ich bin froh das miterlebt haben zu dürfen. Nur, und da ists ein wenig so wie mit der Migrantendiskussion. Es ist nicht was nicht sein darf! Ich glaube einmal gelesen zu haben das uns ( dem Westen der Republik )die Wiedervereinigung 1.3 Billionen Euro gekostet hat. Darf man so etwas sagen? Und darf man anmerken das noch Generationen von Kindern und Kindeskinder, ach was sag ich, das wir DAS Problem der Überschuldung niemals wieder in den Griff bekommen werden?
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