Grünen-Anfrage 210 Verfahren wegen sexueller Übergriffe in Behörden und Ministerien

Seit dem Jahr 2010 sind in Behörden des Bundes mehr als 200 Disziplinarverfahren wegen "sittlicher Verfehlungen" eingeleitet worden. Das geht aus einer Grünen-Anfrage hervor.

Berlin
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In Ministerien und Behörden des Bundes gab es in den vergangenen acht Jahren 210 Disziplinarverfahren wegen "sittlicher Verfehlungen" gegen Beamte. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Frage der Grünen hervor, die der "Bild"-Zeitung vorliegt.

Allerdings geht aus der Antwort des Innenministeriums nicht genauer hervor, bei welchen Behörden die Daten vom Ministerium abgefragt wurden.

Bei den sittlichen Verfehlungen handele es sich demnach um sexuelle Belästigung und Übergriffe in und außerhalb des Dienstes. "Jeder einzelne der aufgezählten Fälle ist einer zu viel. Und trotzdem beschleicht einen das Gefühl, dass die niedrige Zahl auch damit zusammenhängen kann, dass in den Ministerien zu viel Angst herrscht, Übergriffe zu melden", sagte Franziska Brantner, Bundestagsabgeordnete der Grünen.

Im Zuge der globalen MeToo-Bewegung haben sich in den vergangenen Monaten zahlreiche Frauen öffentlich über Sexismus und sexuelle Belästigung beklagt und eine neue Debatte über Sexismus angestoßen. Ein Schlaglicht auf Sexismus in der Politik warf bereits 2016 die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends. Sie hatte ihrer Partei in einem öffentlichen Brief unter anderem sexistische Sprüche vorgeworfen.

mho/dpa



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