Mohammed-Video: Drei von vier Deutschen sind gegen Filmvorführung

Das Ergebnis ist eindeutig: Laut einer repräsentativen Umfrage lehnen 72 Prozent der Deutschen die öffentliche Vorführung des antiislamischen Mohammed-Films ab. Am Freitag wollen Muslime in mehreren deutschen Städten gegen das Video demonstrieren.

Berlin - Die Politik streitet über die öffentliche Vorführung des islamfeindlichen Mohammed-Films in Deutschland, doch für die Bundesbürger ist die Sache klar: Fast drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) sind einer Umfrage zufolge gegen eine öffentliche Aufführung des umstrittenen Mohammed-Schmähvideos. Nur 21 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, den bislang nur in Ausschnitten im Internet einsehbaren Film aus den USA in voller Länge zu zeigen - wie es die rechtspopulistische Splitterpartei "Pro Deutschland" plant. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag des Nachrichtensenders N24.

Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) glaubt allerdings auch, dass ein Verzicht aus Rücksicht auf die religiösen Gefühle der Muslime zu Lasten der westlichen Wertvorstellungen geht. Jeder Zweite (50 Prozent) denkt nicht, dass der Islam auf Dauer eine zu große Bedeutung in Deutschland bekommt. Fast genauso viele (46 Prozent) nehmen das Gegenteil an.

"Pro Deutschland" findet derweil offenbar keinen Kino- oder Hallenbetreiber, der die Aufführung des Films ermöglicht. Die Partei kündigte am Donnerstag an, das Video notfalls auch in Büroräumen in Berlin zeigen zu wollen.

Kundgebungen in Freiburg und Münster

Am Freitag wollen Muslime in Deutschland erstmals gegen das umstrittene Video auf die Straße gehen. In Freiburg werden am Freitagabend rund 800 Menschen zu einer Kundgebung erwartet. In Münster will ein Verein unter dem Motto "Gegen den religionsbeleidigenden Film im Internet" in der Innenstadt demonstrieren.

Sprecher von Polizei und Städten erklärten, dass sie von einem friedlichen Verlauf der Protestzüge ausgingen. Die Demonstrationen seien regulär angemeldet und in einem Vorgespräch besprochen worden, erklärte ein Sprecher. In Freiburg habe der Veranstalter früher bereits drei ähnliche Demonstrationen angemeldet und durchgeführt. "Dabei hat es keinerlei Probleme gegeben", sagte die Polizei.

syd/dpa

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insgesamt 87 Beiträge
mitdenker1 20.09.2012
wo habt Ihr diese Zahlen her....von Euren Chefs??? aber nicht von der deutschen Bevölkerung....
wo habt Ihr diese Zahlen her....von Euren Chefs??? aber nicht von der deutschen Bevölkerung....
atech 20.09.2012
erfreulich zu lesen, dass 72% der Deutschen den Rechtsradikalen keine Bühne bieten wollen. Wozu auch eine öffentliche Aufführung? Wer Bedarf an dem Machwerk hatte, konnte es längst im Internet ansehen. Und die deutschen [...]
Zitat von sysopLaut einer repräsentativen Umfrage lehnen 72 Prozent der Deutschen die öffentliche Vorführung des antiislamischen Mohammed-Films ab.
erfreulich zu lesen, dass 72% der Deutschen den Rechtsradikalen keine Bühne bieten wollen. Wozu auch eine öffentliche Aufführung? Wer Bedarf an dem Machwerk hatte, konnte es längst im Internet ansehen. Und die deutschen Muslime sollten mal lieber gegen die Ausschreitungen ihrer Glaubensbrüder im Ausland demonstrieren.
ofb2000 20.09.2012
Alle Umfragen zeigten, daß die Mehrheit dafür ist, daß das Video gezeigt werden sollte. Was passiert hier bitte? Wag the dog auf islamisch, oder wie?!? Unglaublich!!!
Alle Umfragen zeigten, daß die Mehrheit dafür ist, daß das Video gezeigt werden sollte. Was passiert hier bitte? Wag the dog auf islamisch, oder wie?!? Unglaublich!!!
collona 20.09.2012
Ich halte es für kurzsichtig, um des lieben Friedens eines der wichtigsten Güter der freiheitliche Welt, die Meinungsfreiheit, aufzugeben. Der Weg des geringsten Widerstandes ist nicht immer der beste. Ich würde mir sicher nicht [...]
Ich halte es für kurzsichtig, um des lieben Friedens eines der wichtigsten Güter der freiheitliche Welt, die Meinungsfreiheit, aufzugeben. Der Weg des geringsten Widerstandes ist nicht immer der beste. Ich würde mir sicher nicht ein derart schlecht gemachtes Pamphlet ansehen. Aber verbieten, nur weil sich jemand beleidigt fühlen könnte? Wo soll das aufhören?
beschwingt 20.09.2012
aus guten Gründen ist es nicht schwer gegen diesen unsäglichen Film zu sein. Es gibt auch an für sich nicht viele gute Gründe dafür solch ein Machwerk aufzuführen. Es gibt aber alle Gründe dafür, das Recht zu verteidigen ihn [...]
aus guten Gründen ist es nicht schwer gegen diesen unsäglichen Film zu sein. Es gibt auch an für sich nicht viele gute Gründe dafür solch ein Machwerk aufzuführen. Es gibt aber alle Gründe dafür, das Recht zu verteidigen ihn aufführen zu dürfen! - Um es mit Voltaire zu sagen: "Ich hasse, was Du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Du es sagen darfst." - Und um dieses Prinzip zu verteidigen ist es vielleicht sogar geboten eine Aufführung zu machen. Ansonsten wird dieser Mob glauben, dass diese Gewalt zum Erfolg führt.... dann haben wir nie mehr Ruhe
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  • Donnerstag, 20.09.2012 – 20:16 Uhr
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