Betrifft Syrien, Datenzerfall, Kirchhoff


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Mouawiya Syasneh war 13 Jahre alt, als er Baschar al-Assad öffentlich beleidigte und zur Ikone der syrischen Revolution wurde. Heute, nach sieben Jahren im Krieg, wartet er als junger Mann in der Rebellenhochburg Daraa auf die vielleicht letzte Schlacht gegen das Regime.

Syasneh, Relotius
Jeczawitz / DER SPIEGEL

Syasneh, Relotius

Redakteur Claas Relotius konnte nicht mehr nach Daraa hinein, deshalb begleitete er Syasneh über Wochen hinweg am Handy, ließ sich per Livevideo durch Viertel aus Ruinen führen und bekam so mit, wie die syrische Armee von Tag zu Tag näher rückte. Als Bomben auf Daraa fielen, fragte ihn Mouawiya Syasneh: "Stimmt es, dass Russland, Assads Verbündeter, gerade zur Weltmeisterschaft im Fußball einlädt?"


Die digitale Welt ist begierig nach immer neuen Daten, doch kaum jemand kümmert sich um deren Erhalt. Guido Kleinhubbert und Hilmar Schmundt wollten es genau wissen: Wie lassen sich digitale Dokumente über Jahrhunderte sichern, geschützt vor Hackerangriffen und Kurzschlüssen? Schmundt machte die Probe aufs Exempel: Er ließ die erste Ausgabe des SPIEGEL von 1947 und eine Sendung von SPIEGEL TV vom November 1989 zum Fall der Mauer von der norwegischen Firma Piql archivieren. Die Daten werden dabei auf speziellem Film gespeichert. So sollen sie 750 Jahre überdauern, versichert Piql-Chef Rune Bjerkestrand, in einem Archiv im ewigen Eis von Spitzbergen. Ob die Daten so lange frisch bleiben? Das wissen wir im Jahr 2768.

Bjerkestrand, Schmundt auf Spitzbergen
Hilmar Schmundt / DER SPIEGEL

Bjerkestrand, Schmundt auf Spitzbergen


Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff, 69, residiert in den Sommermonaten in seiner Villa hoch oben über dem italienischen Örtchen Torri del Benaco und dem Gardasee. Dort hat er ein Boot liegen, die "Parlando II", benannt nach einem seiner Erfolgsromane. "Auf den ersten Blick", sagt Redakteur Tobias Becker, "scheint Kirchhoff auf der Sonnen seite des Lebens zu stehen." Der Buchpreisträger empfing Becker am Pool der Villa und sprach mit ihm über seine Missbrauchsgeschichte, die viele Jahrzehnte zurückliegt und dennoch bis heute nachwirkt. Der Opferrolle hat Kirchhoff sich stets verweigert. "Der Stachel seiner Kindheit", so Becker, "ist der Ursprung seines Erfolgs als Schriftsteller."

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