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Abgeschriebene Doktorarbeit: Guttenberg entschuldigt sich bei Plagiatsopfern

Späte Reue eines Abschreibers: Ex-Verteidigungsminister Guttenberg schickt nach SPIEGEL-Informationen Entschuldigungsbriefe an Forscher, bei denen er abgeschrieben hat. Nach seinem Abgang häuft sich die Kritik aus Union und FDP an seiner Bundeswehrreform.

Karl-Theodor zu Guttenberg: "Ich möchte mich aufrichtig entschuldigen" Zur Großansicht
REUTERS

Karl-Theodor zu Guttenberg: "Ich möchte mich aufrichtig entschuldigen"

Hamburg - Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich nach SPIEGEL-Informationen schriftlich bei Wissenschaftlern entschuldigt, von denen er in seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat. "Beim Verfassen meiner Dissertation habe ich Ihren Text ... genutzt und daraus Teile wörtlich übernommen, ohne Ihre Autorenschaft in wissenschaftlich redlicher Weise zu kennzeichnen", schreibt er. "Ich möchte mich hierfür aufrichtig bei Ihnen entschuldigen." Gezeichnet: "Ihr sehr ergebener KT Guttenberg". Im Absender steht ein "G-Family Office" in der Berliner Kantstraße.

Viele Wissenschaftler haben allerdings noch keinen Brief erhalten. Guttenberg, dem die Uni Bayreuth seinen Doktortitel wegen der Plagiate aberkannt hat, nimmt es offenbar auch bei seiner Entschuldigung mit der Recherche nicht so genau. Der Göttinger Rechtswissenschaftler Thomas Schmitz wird als PD - Privatdozent - tituliert. Das war er zu dem Zeitpunkt, als er die Arbeit veröffentlichte, aus der Guttenberg abschrieb. Seit sechs Jahren ist Schmitz Professor.

Guttenberg war vergangene Woche wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit zurückgetreten. Er wurde am Donnerstagabend mit einem großen Zapfenstreich aus dem Amt verabschiedet. Nach seinem Abgang wächst in Union und FDP jetzt die Kritik an Guttenbergs Bundeswehrreform.

"Riesige, offene Baustelle"

Der schleswig-holsteinische CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian von Boetticher nennt die bisherigen Maßnahmen nach SPIEGEL-Informationen eine "riesige, offene Baustelle". Der Politiker vermisst ein Konzept zur Rekrutierung von Freiwilligen, zur Sicherung des Katastrophenschutzes sowie "klare, transparente Parameter" für Entscheidungen über Standortschließungen.

"Die Union hat sich aus Begeisterung über den Minister mit wehenden Fahnen in die Aussetzung der Wehrpflicht gestürzt", klagt Boetticher. "Es war schon abenteuerlich, das ohne fertiges Folgekonzept einfach durchzuziehen." Er selbst hatte vergebens gegen derartige Pläne argumentiert.

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Elke Hoff wirft Guttenberg vor, der rasche Verzicht auf die Einberufung von Wehrpflichtigen sei "nur schwer nachvollziehbar" gewesen. Dies schaffe jetzt "zusätzlichen Zeitdruck" für die Bundeswehrreform. Der neue Minister Thomas de Maizière (CDU) habe "wegen der Dringlichkeit der Entscheidungen leider keinen Anspruch auf die übliche 100-Tage-Frist zur Einarbeitung", sagt sie. Hoff kritisiert auch, dass Ex-Minister Guttenberg keine sicherheitspolitische Begründung für seine Reform vorgelegt, sondern es "bei einer finanzpolitischen Herleitung bewenden lassen" habe.

Verteidigungsminister de Maizière will rasch für Klarheit bei seinem neuen Bundeswehrreformkurs sorgen. In der kommenden Woche werde er seinen Fahrplan vorstellen, sagte der CDU-Politiker am Freitag am Rande der Nato-Verteidigungsministerkonferenz in Brüssel. De Maizière hatte am 3. März das Amt übernommen und angekündigt, Entscheidungen auf Grundlage einer eigenen Lagefeststellung zu treffen.

Guttenberg (CSU) hatte in seiner Amtszeit festgelegt, dass die Bundeswehr von der Wehrpflicht- zu einer Freiwilligenarmee mit bis zu 185.000 Mann umgestellt wird. Über Struktur- und Standortfragen sollte im Frühjahr entschieden werden. Im Vorgriff auf die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht zum Sommer hatte die Bundeswehr bereits zum 1. März keine Soldaten mehr gegen ihren Willen einberufen.

suc/dapd

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1. Genug jetzt !!!!!
TekDa74 12.03.2011
Zitat von sysopSpäte Reue eines Abschreibers: Ex-Verteidigungsminister Guttenberg schickt nach SPIEGEL-Informationen Entschuldigungsbriefe an Forscher, bei denen er abgeschrieben hat. Nach seinem Abgang häuft sich die Kritik aus Union und FDP an seiner Bundeswehrreform. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,750521,00.html
Es sollte jetzt mal genug sein mit diesem Guttenberg.Er ist weg fertig basta aus.
2. Vorschlag zur Bundeswehrreform
Apolllo 12.03.2011
Alle 18 Jährigen ohne Ausbildungsplatz sind Wehrpflichtig (Mann) / Zivildienstpflichtig (Frau), bei gleichen Bezügen wie zuvor. Selbstverständlich können die Geschlechter auf Wunsch in den jeweils anderen Sektor. Das würde dazu führen, dass es keine Wehrpflicht bei Leuten gibt, die sowieso Leistungsorientiert sind. Die jugendlichen die noch nicht wissen was sich machen wollen kriegen zumindest neue Anreize. Ich halte das für einen guten Ansatz, da man sogar erziehend rangeht.
3. Kühles juristisches Kalkül
Reformhaus, 12.03.2011
Der Entdoktorte fürchtet Anzeigen der direkt Geschädigten, die sich bisher zurückgehalten haben. Als Zurückpromovierter Jurist weiss er ganz genau, dass diese Personen besser gnädig gestimmt werden sollten. Mit einer herzlichen Entschuldigung hat es zu diesem späten Zeitpunkt wenig zu tun.
4. Titel Thesen Tempramente
tamgarun 12.03.2011
Zitat von sysopSpäte Reue eines Abschreibers: Ex-Verteidigungsminister Guttenberg schickt nach SPIEGEL-Informationen Entschuldigungsbriefe an Forscher, bei denen er abgeschrieben hat. Nach seinem Abgang häuft sich die Kritik aus Union und FDP an seiner Bundeswehrreform. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,750521,00.html
Warum überschreibt ihr die Unwichtigkeit, anstatt ausführlich darüber zu berichten, was er eben NICHT getan hat. Der zweite Teil des Artikels ist bedeutend bedeutsamer auch im Hinblick auf die angeblich so noch immer so zahlreiche Unterstützung dieses Mannes, der jetzt auch offiziell als unfähiger, völlig überforderter Politiker zu gelten hat. War das der wahre Grund für seinen Rücktritt? Kurz vorher hatten Merkel's Experten sein Konzept öffentlich kritisiert. Wollte er gehen, weil "die Lichtgestalt" nicht verdunkelt werden wollte und vor allem wußte, dass er an den schlechten Ergebnissen nichts ändern kann.
5. Genau !
albertwolff 12.03.2011
Zitat von TekDa74Es sollte jetzt mal genug sein mit diesem Guttenberg.Er ist weg fertig basta aus.
Jetzt ist aber mal genug .... Hat denn niemand Mitleid mit dem armen Adel ? Was hat dieser Herr Guttenberg* den noch von seiner adeligen Abstammung ? Weder "blaues Blut" ( anlaesslich einer rezenten Blutanalyse hat man festgestellt dass es auch bei Herrn KTvzG ueberwiegend aus ROTEN Blutkoerperchen besteht) noch Anspruch auf den Zehnten seiner Untertanen ( waren das noch Zeiten wo der Adel ( = Staat) sich mit 10 Prozent begnuegte). Sogar das "jus primae noctis" bei allen Heiraten im Herrschaftsbereich der Guttenbergs fiel den von linken Kritikastern angeregten Verfassungsaenderungen zum Opfer. Jetzt hat man ihm auch noch die "in muehevoller Kleinarbeit" verfasste Doktorarbeit nicht anerkannt , ja man bezichtigt ihn sogar des Plagiats . Was hat der Adel in Deutschland noch ausser " seinem guten Namen' ? Ich schlage vor die Monarchie in Deutschland wieder einzufuehren und Herrn KT die Kaiserwuerde anzutragen . Naruerlich nicht so eine komische "konstitutionelle Monarchie' wie in Luxemburg , Belgien , Holland' , wo der "Monarch" nur eine Funktion als "Gruessaugust' hat Wenn schon , denn schon . Ein deutscher Kaiser* sollte ueber Krieg und Frieden entscheiden duerfen , ein Parlament waere dabei nur stoerend ... Fuer die Kroenungszeremonie schlage ich den Spiegelsaal in Versailles vor , man braucht ja nur Sarkosy um Erlaubnis zu fragen , vielleicht nutzt er die Gelegenheit um sich anschliessend vom Papst zum Kaiser von Frankreich salben zu lassen.
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