Abrechnung mit dem Provokateur Sarrazins böse Welt

Bundesbanker Thilo Sarrazin: Ex-Senator und bald Ex-Sozialdemokrat?
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Bundesbanker Thilo Sarrazin: Ex-Senator und bald Ex-Sozialdemokrat?

5. Teil: Vorurteile und vorsätzliche Verletzungen - für die SPD unerträglich


Natürlich weiß man, dass die rohe Sprache dazu dient, gute PR für ein Buch zu machen, das Riesenauflagen und entsprechende Einkünfte für Thilo Sarrazin verspricht. Leider kann man ihn nicht mal ignorieren. Wer mit Vorurteilen und Verletzungen arbeitet und dann auch noch SPD hinter seinen Namen schreibt, kann auf größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit rechnen.

Lustvoll verächtliche Formulierungen, herablassende kritische Bewertungen abzugeben, das ist mehr als für unsere Partei erträglich ist, für die Toleranz und Aufklärung, Gerechtigkeit und Solidarität immer Fundamente unserer Überzeugung waren.

Sarrazin ist in Wahrheit einer, der den Leuten die Lizenz zur Verachtung derer ganz unten erteilt, schrieb mal ein Journalist. Für die Sozialdemokratie gilt, Ton und Haltung sind keine Nebensache, wenn es um Integration geht. Integration ist heute eine Kernfrage der Gesellschaftspolitik. Und gerade wer Probleme in unserem Land nicht negieren, sondern lösen will, der darf nicht Vorurteile schüren.

Die Gefahren solcher politischer Brandstiftung kann man in vielen unserer Nachbarländer erkennen. Natürlich ist in der SPD immer Raum für verschiedene Auffassungen, aber es ist kein Platz für Hetze und Intoleranz. Wer Integrationspolitik als "Integrationsgesäusel und Gutmenschengetue" darstellt, der gehört nicht in die Reihen der Sozialdemokratie und sollte lieber heute als morgen gehen.

Eigentlich ist es ein bisschen traurig, wenn ein langjähriger Politiker - und vom Parteibuch her noch Sozialdemokrat - heute Lob von der NPD in Sachsen bekommt, die ihm ironisch das Amt des Ausländerbeauftragten anträgt.

Thilo Sarrazin gehört nicht länger in der Chefetage der Bundesbank, weil er dem Ansehen unseres Landes schadet.

Sarrazin schreibt in seinem Buch viel über das, was er seinen Urenkeln in hundert Jahren gerne hinterlassen möchte. Die düsteren Perspektiven, die der Urgroßvater für Deutschland entwickelt, sind sein Hirngespinst. Wenn die Urenkel dereinst beim Stöbern im gut sortierten Bücherschrank der Sarrazins auf dieses Buch ihres Urgroßvaters stoßen, können sie es immerhin auf dem Flohmarkt als ganz besonderes Buch verhökern.

Es war nämlich schon bei seinem Erscheinen von vorgestern.

Forum - Nimmt die Islamfeindlichkeit in Deutschland zu?
insgesamt 6335 Beiträge
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Seite 1
Benjamin1965 28.08.2010
1. Nun ja
Zitat von sysopDie Diskussion um Ausländer-Integration fokussiert sich immer häufiger auf die Gruppe der Muslime. Zeigen radikale Thesen eine fatale Wirkung? Nimmt dadurch die generelle Islamfeindlichkeit in Deutschland zu?
Ich glaube eher, dass die Feindlichkeit gegenueber Leuten zunimmt, die sich nicht in dieses Land integrieren wollen. Deutschland braucht keine lebenslangen Sozialleistungsempfaenger, die ungebildet sind und z.B. weder Deutsch noch Englisch lesen udn schreiben oder grundsaetzlich rechnen koennen. Leider wollen sich viele Muslime einfach nicht integrieren. Sie halten die Deutschen sogar fuer Weicheier, weil sie sich das alles so gefallen lassen.
Bert2501 28.08.2010
2. Nein
Die Islamfeindlichkeit nimmt nicht zu, sondern a) das Selbstbewusstsein der Bevölkerung, seine Meinung offen zu sagen, ohne gleich Angst davor zu haben, als Nazi beschimpft zu werden. b) die kritische Haltung jedweder Gruppierung gegenüber, egal ob Religion oder Nation, die unsere Freiheit und Sicherheit, die Säulen unserer demokratischen Grundordnung gefährden und unsere Lebensweise ablehnen. c) das Bewusstsein, dass unser "Reichtum" nur eine Illusion ist. Wir haben Schulden bis über beide Ohren, und somit nichts zu verschenken an Menschen, die unser soziales Netz ausnützen. d) die Dummheit und/oder mangelhafte Bildung und das fehlende Interesse der jungen Generation, etwas daran zu ändern. Das muss man leider jeden Tag aufs Neue feststellen. Das betrifft aber auch, jedoch nicht in so großem Maße wie bei manchen anderen Nationalitäten, die deutsche Jugend.
Moralinsaurer 28.08.2010
3. Sicher nimmt die zu,
man muss sie aber anders interpretieren: Islamfeindlichkeit ist die Feindlichkeit des Islam gegen die europäischen christlichen Gesellschaften.
MonaM 28.08.2010
4. Es kommt darauf an
Zitat von sysopDie Diskussion um Ausländer-Integration fokussiert sich immer häufiger auf die Gruppe der Muslime. Zeigen radikale Thesen eine fatale Wirkung? Nimmt dadurch die generelle Islamfeindlichkeit in Deutschland zu?
Das scheint mir eine ganz natürliche Konsequenz der Tatsache zu sein, dass sich ein Teil der in D lebenden Muslime am deutlichsten von der autochthon-deutschen Mehrheitsbevölkerung unterscheidet, d.h. als eigene Gruppe erkennbar ist und sich auch bewusst abgrenzt (Stichwort: Parallelgesellschaft). Warum wohl gibt es keine Diskussion um die - sagen wir - Vietnamesen- oder Japaner-Integration in D? Nein. Der Vorwurf der generellen Islamfeindlichkeit ist wie jeder Pauschalvorwurf falsch. Liberal und demokratisch orientierte Muslime haben auch im säkularen Europa keine Probleme. Was es gibt ist allerdings ein Grundmisstrauen gegenüber allen Gruppen, die demonstrativ archaische Denk- und Lebensweisen praktizieren und sich offensichtlich nicht in die moderne, westlich-demokratische Gesellschaft, in der sie leben, integrieren wollen. Feindschaft gegenüber einem archaisch-fundamentalistischen Islam, der z.B. die Menschenrechte nicht anerkennt und Frauen benachteiligt, ist legitim.
TC Matic 28.08.2010
5.
Zitat von sysopDie Diskussion um Ausländer-Integration fokussiert sich immer häufiger auf die Gruppe der Muslime. Zeigen radikale Thesen eine fatale Wirkung? Nimmt dadurch die generelle Islamfeindlichkeit in Deutschland zu?
Nur in Deutschland? In ganz Europa bilden sich Fronten gegen eine Religionsgesellschaft, die sich die nichtislamische Gesellschaft (und davon eine nicht unerhebliche Anzahl an Atheisten) durch das massive Vorpreschen des Islam ausbreiten sieht. (Islamisch-)Religiöse "Vorschriften" haben bereits in weiten Bereichen des täglichen Lebens Einzug gehalten (werden vehement von den Islam-Verbänden eingefordert und von den verantwortlichen Politikern vorbehaltlos zugestanden) und beeinträchtigen nicht unerheblich die bisher religionsfreie Lebensführung eines großen Teils der Bevölkerung. Das massiv-auffällige Hineindrängen von Religiosität in die Öffentlichkeit wird als aufdringliche Frömmelei empfunden, die in die privaten Räumlichkeiten oder die entsprechenden religiösen Stätten gehört. In Schulen sind nichtislamische Schüler einem Spießrutenlaufen ausgesetzt ( siehe http://www.zitty.de/magazin-berlin/63190/ und viele andere Quellen). Der Islam wurde von (den) Politikern für unantastbar erklärt, die "restliche" Bevölkerung dazu verdonnert, sich der Etablierung islamischer "Eigenheiten" widerstanslos zu beugen, anderenfalls sie zu rassisten und fremdenfeinde erklärt (kriminalisiert) wird. Die Menschen haben die Nase voll von grundgesetzwidriger Bevorzugung einer bestimmten Personengruppe.
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