Berlin - Die Bundesregierung schwärmt von der "Vielfältigkeit der möglichen Verwendungsmöglichkeiten". Die Rede ist von Drohnen, also unbemannten, mit Kameras ausgestatteten Aufklärungsfliegern. Die Bundeswehr will ihre Drohnenflotte denn auch rasant ausbauen. Doch unproblematisch ist der Umgang mit den High-Tech-Fliegern nicht: In den vergangenen fünf Jahren sind 17 Bundeswehr-Drohnen in Deutschland und Afghanistan zerstört worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Schäden bei Dritten seien durch die Unfälle nicht entstanden. Interessant sind aber die Details über die Unfallumstände, die der Antwort der Regierung zu entnehmen sind. So musste in Afghanistan eine mittelgroße Drohne vom Typ "Heron 1" nach einer Notlandung wegen eines Triebwerkschadens vernichtet werden, nachdem ein Bergungsversuch fehlschlug. Eine weitere "Heron 1" stieß in Afghanistan am Boden mit einer parkenden Transall-Transportmaschine zusammen und beschädigte diese leicht. Das unbemannte Flugobjekt wurde bei dem Crash zerstört.
Insgesamt verfügt die Bundeswehr über 331 "fliegende Kameras" mit einem Gewicht zwischen 1,3 und 168 Kilogramm und einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern. 2010 lieh die Bundeswehr zudem drei "Heron"-Drohnen in der Größe eines Segelflugzeugs für den Afghanistan-Einsatz aus. Am Hindukusch sind 70 Drohnen im Einsatz, in Deutschland fliegen die Drohnen ausschließlich über Truppenübungsplätzen.
Die Bundespolizei beschaffte den Regierungsangaben zufolge zwischen 2006 und 2009 vier Drohnen. Über die Zahl der Überwachungsflugzeuge bei den Landespolizeien wurden keine Angaben gemacht. Die Drohnen könnten unter anderem zur Fahndung, Verkehrsüberwachung sowie zum Objektschutz und der Überwachung von Bahnstrecken eingesetzt werden.
Die Linke fordert nun eine stärkere Kontrolle des Einsatzes von Drohnen. Fliegende Kameras könnten zwar beispielsweise für Feuerwehr und Katastrophenschutz hilfreich sein, erklärten die Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko und Ulla Jelpke. "Dem Aufbau einer Spionageflotte für Polizei und Militär erteilen wir jedoch eine klare Absage."
jok/dpa
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