München - Sein Großvater war Mitbegründer der CDU, aber Stephan Werhahn, Enkel Konrad Adenauers, fühlt sich in der Partei nicht mehr heimisch. Aus Protest gegen die aktuelle Europapolitik der CDU hat Werhahn die Partei verlassen und sich jetzt den Freien Wählern angeschlossen.
Er empfinde die Freien Wähler "als offene, junge Partei der Jetzt-Zeit, die meinem freiheitlichen transparenten Demokratieverständnis entspricht und mit der ich etwas bewegen möchte", erklärte Werhahn am Dienstag in München. Die Freien Wähler treten bei der kommenden Bundestagswahl im Herbst 2013 an.
Keine der im Bundestag vertretenen bürgerlichen Parteien sei derzeit auf dem richtigen Weg, die Europäische Union zu erhalten und weiterzuentwickeln. In einem Thesenpapier spricht sich der Wirtschaftsfachmann für eine europäische Bundesregierung und einen direkt vom Volk gewählten europäischen Präsidenten aus. Dies sei nötig, "wenn wir die Vision der Gründungsväter umsetzen wollen", schreibt Werhahn.
Für die Bundestagswahl 2013 erwägen die Freien Wähler eine Spitzenkandidatur Werhahns. Der Bundesvorsitzende der Freien Wähler und Chef der bayerischen Landtagsfraktion, Hubert Aiwanger, betonte am Dienstag in München, er traue Werhahn eine Spitzenkandidatur zu. Werhahn hatte bereits zuvor betont, er wolle sich auf bundespolitischer Ebene für die Freien Wähler engagieren.
hen/dpa/Reuters
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