NS-Vergangenheit Adolf Hitler ist nicht mehr Ehrenbürger von Goslar

Die Stadt Goslar hat Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Man wolle sich symbolisch von dem NS-Diktator distanzieren, sagte ein Sprecher. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte sich zuvor skeptisch zu den Plänen seiner Heimatstadt geäußert: Man könne sich dadurch nicht reinwaschen.

Hitler in Goslar, 1934: Die Stadt distanziert sich vom NS-Diktator
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Hitler in Goslar, 1934: Die Stadt distanziert sich vom NS-Diktator


Goslar - Der Beschluss des Stadtrats fiel einstimmig: Knapp sieben Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist der ehemalige Reichskanzler Adolf Hitler aus den Ehrenreihen der Stadt Goslar getilgt. Die Verwaltung sei eigentlich davon ausgegangen, dass die Ehrenbürgerschaft des NS-Diktators mit dessen Tod erloschen war, sagte ein Sprecher. Dass der Rat sich nun ausdrücklich symbolisch distanziert habe, werde von Oberbürgermeister Oliver Junk begrüßt.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte sich im August skeptisch zu den Plänen seiner Heimatstadt geäußert. "Man versucht, sich da von etwas reinzuwaschen, von dem man sich nicht reinwaschen kann", hatte Gabriel dem SPIEGEL gesagt. Als Jugendlicher habe er eine andere Meinung vertreten, räumte Gabriel allerdings ein: "Als Mitglied der Falken habe ich die Aberkennung immer gewollt."

Die österreichischen Orte Braunau und Amstetten hatten sich bereits 2011 von dem NS-Diktator distanziert. Der Rat von Hitlers Geburtsort Braunau hatte den Beschluss gegen dessen Ehrenwürde einstimmig gefällt, auch die rechtspopulistische FPÖ hatte zugestimmt. Zuvor hatte die österreichische Gemeinde Amstetten vorgelegt - kurz vor der 900-Jahr-Feier des Ortes.

Rund 4000 Kommunen in Deutschland hatten Hitler zu dessen Lebzeiten die Ehrenbürgerwürde verliehen. Ein Großteil hat sie ihm nachträglich wieder aberkannt.

vek/dpa



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