Ärger vor der Hamburg-Wahl "Fanta" gegen braune Soße

Der rechtsextremistischen Deutschen Volksunion (DVU) droht wenige Wochen vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg eine einstweilige Verfügung. Die Stuttgarter HipHop-Band Die Fantastischen Vier wehrt sich gegen die Benutzung ihres Namens.


Beharren auf ihrem Namensrecht: "Fanta"-Sänger Smudo und seine Bandmitglieder
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Beharren auf ihrem Namensrecht: "Fanta"-Sänger Smudo und seine Bandmitglieder

Stuttgart/Hamburg - Der Hamburger Landesverband der DVU benutze den markenrechtlich geschützten Bandnamen ohne Erlaubnis für die Wahlkampagne der Partei, erklärte "Fanta"-Sänger Smudo am Mittwoch. Die Frist für eine Unterlassungserklärung laufe an diesem Donnerstag (30. August) ab. "Wenn sich bis dahin nichts getan hat, lassen wir der DVU eine einstweilige Verfügung zukommen", kündigte Smudo an.

Mit der Unterlassung wolle man keineswegs direkt auf den Wahlkampf einwirken, "wenngleich das Benutzen unseres Namens gerade in diesem extremistischen politischen Bereich besonders schmerzhaft ist", sagte das "Fanta"-Bandmitglied weiter. Es handle sich vielmehr um eine "ganz normale Namensschutzsache". Bereits mehrere Male zuvor sei die Band in vergleichbaren Rechtsstreitigkeiten als Sieger hervorgegangen.

Die DVU hatte vor der Wahl am 23. September allen Jungwählern eine Werbebroschüre geschickt und die Liste der Partei, die offiziell die Nummer vier trägt, als "Fantastische 4" bezeichnet. Auf einem Stimmzettel wird zudem auf den "Fanta"-Hit "Die da" angespielt. "Das ist eine klare Verletzung von Namensrecht und Persönlichkeitsrecht", kritisierte Smudo.

Die DVU verteidigte ihre Aktion dagegen als "freie Meinungsäußerung". Es liege keine Verwechslungsgefahr vor noch gebe es ein Wettbewerbsverhältnis zwischen der Partei und der HipHop- Gruppe.

Bekannt wurden die Fantastischen Vier vor knapp zehn Jahren mit der Single "Die da". Zuletzt hatte das Schwaben-Quartett mit dem Album "4:99" und einem "unplugged"- Album große Erfolge.



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