Medizinische Versorgung Ärztepräsident fordert bessere Organisation der Flüchtlingshilfe

Die medizinische Hilfe für Asylbewerber funktioniert vielerorts nur durch den Einsatz von Ehrenamtlichen. Deswegen hat Ärztepräsident Montgomery die Behörden aufgefordert, die Versorgung besser zu koordinieren.

Ehrenamtlicher Arzt in Hamburg: Bessere Koordination gefordert
DPA

Ehrenamtlicher Arzt in Hamburg: Bessere Koordination gefordert


Wer versorgt die wunden Füße der Flüchtlinge oder die unterversorgten Babys? Wer verhindert, dass sich Infektionskrankheiten ausbreiten? Die medizinische Versorgung in den Flüchtlingslagern wird zusehends schlechter. Deswegen hat der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, die Politik nun aufgefordert, die ärztliche Versorgung der Flüchtlinge besser zu organisieren. "Die Versorgung ist machbar, wenn sie auf viele Schultern verteilt wird. Die Behörden müssen das organisieren", sagte Montgomery der Nachrichtenagentur dpa.

Die Ärzte seien bereit, bei der Versorgung der Flüchtlinge mitzumachen, so der Ärztepräsident. Unter ihnen sind nicht nur Amtsärzte, sondern auch niedergelassene, pensionierte und Krankenhausärzte, die mitmachen könnten und sollten.

Derzeit fänden weder die Erstversorgung, die Tuberkulose-Untersuchung bei der Ankunft noch die Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz "zeitgerecht statt", kritisierte Montgomery. Auch für Infektionskrankheiten, Mangelerkrankungen oder Verletzungen, die sich Flüchtlinge unterwegs zugezogen hätten, sei ebenfalls keine ausreichende ärztliche Versorgung gewährleistet.

Ein erster Schritt wären mobile Ärzteteams in den Aufnahmelagern, ein zweiter wären regelmäßige Sprechstunden. Doch Montgomery drängt zur Eile: "Wir haben noch drei Monate Zeit, dann wird es so kalt, dass man Menschen nicht mehr in solchen Zeltlagern unterbringen kann."

vek/dpa

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