Stichwahl in der Fraktion AfD will Glaser als Bundestags-Vizepräsident

Wenn es nach der AfD geht, soll der ehemalige Frankfurter Stadtkämmerer Albrecht Glaser einer der Vizepräsidenten des Bundestags werden. Der 75-Jährige setzte sich in der Fraktion bei einer Stichwahl durch.

AfD-Politiker Albrecht Glaser
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AfD-Politiker Albrecht Glaser


Die AfD-Fraktion hat Albrecht Glaser als Kandidaten für die Wahl des Bundestagsvizepräsidenten vorgeschlagen. Der ehemalige Frankfurter Stadtkämmerer setzte sich nach Angaben aus Parteikreisen in einer Stichwahl gegen den früheren TV-Journalisten Paul Hampel durch. Er hoffe, die anderen im Bundestag vertretenen Parteien seien fair genug, um die Zahl der Vizepräsidenten nicht zu begrenzen - nur um die AfD herauszuhalten, sagte Glaser.

Im ersten Wahlgang waren der frühere Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen, Wilhelm von Gottberg, und Thomas Seitz aus Baden-Württemberg ausgeschieden. Von Gottberg ist wegen Äußerungen über den Umgang der Deutschen mit der Geschichte des Nationalsozialismus umstritten. Seitz wird dem rechtsnationalen Flügel um den Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke zugerechnet.

Der 75-Jährige Glaser hatte Anfang des Jahresals Kandidat der AfD an der Wahl des Bundespräsidenten teilgenommen. Vor seinem Wechsel zu den Rechtspopulisten war Glaser mehr als 40 Jahre lang CDU-Mitglied.

Hamburger Baumann als Parlamentarischer Geschäftsführer

Die AfD-Bundestagsfraktion besetzte außerdem die ersten Posten. Der Hamburger Volkswirt Bernd Baumann wurde zum Ersten parlamentarischen Geschäftsführer gewählt. Er erhielt nach Angaben der Partei 70 von 92 Stimmen. Vorgeschlagen hatte ihn nach Angaben eines Abgeordneten der Fraktionschef Alexander Gauland.

Bernd Baumann und Alice Weidel
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Bernd Baumann und Alice Weidel

Baumann hatte im Wahlkampf Gaulands umstrittene Äußerung verteidigt, man solle die SPD-Politikerin Aydan Özoguz "in Anatolien entsorgen". Der Wirtschaftswissenschaftler war seit 2015 Landes- und Fraktionsvorsitzender der AfD in der Hansestadt.

Niederlage für Kandidaten vom rechten Rand

Der von der Co-Vorsitzenden Alice Weidel für den Posten des zweiten parlamentarischen Geschäftsführers vorgeschlagene Abgeordnete Markus Frohnmaier, 26, fiel dagegen in einer geheimen Abstimmung durch. Stattdessen wurde Jürgen Braun, 56, aus Baden-Württemberg gewählt.

Frohnmaier war zuletzt Sprecher von Weidel gewesen. Er fiel unter anderem durch Sprüche wie "Hassprediger und Hassjournalisten sind eine Gefahr für die Demokratie!" auf. Der Jura-Student aus Baden-Württemberg ist auch einer von zwei Vorsitzenden der Jugendorganisation Junge Alternative, die enge Verbindungen zum rechten Flügel um den Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke pflegt.

Nicht durchsetzen konnte sich auch Stephan Brandner, der für den dritten Geschäftsführerposten kandidierte. Er war im Landtag von Thüringen mehrfach wegen Beleidigungen zur Ordnung gerufen worden. Der junge Mathematiker Michael Espendiller aus Nordrhein-Westfalen und Hansjörg Müller aus Bayern werden dritter und vierter parlamentarischer Geschäftsführer.

als/dpa

insgesamt 4 Beiträge
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stefangr 27.09.2017
1. Gerade Glaser
Gerade Glaser, der die Rücklage der Zusatzversorgungskasse der Stadt Frankfurt am Main um ein Haar komplett verzockt hat, dem kann man doch kein Amt mehr anvertrauen.
FK-1234 27.09.2017
2. Normalität ohne AfD
Keineswegs darf rechtes Gedankengut zur Normalität werden. Dazu gehört, den AfD -Abgeordneten deutlich zu machen, dass sie keine herausgehobenen Funktionen in unseren demokratischen Institutionen wahrnehmen dürfen. Alles muss daran gesetzt werden, dies mit legalen Mitteln zu verhindern.
lsdeep2000@aol.com 28.09.2017
3. @ 1. - stefangr
da haben sie wohl recht. leider trifft aehnliches fuer 75% der abgeordneten zu. denen wuerde ich persoenlich auch kein amt anvertrauen.
ohnesorge 28.09.2017
4.
Zitat von stefangrGerade Glaser, der die Rücklage der Zusatzversorgungskasse der Stadt Frankfurt am Main um ein Haar komplett verzockt hat, dem kann man doch kein Amt mehr anvertrauen.
Nach Ihrer Argumentationslinie sollte auch Lindner nichts mehr anvertraut werden. Hat er nicht auch viel Geld in den Sand gesetzt? Allerdings haben dann alle Leute, die die meiste Zeit ihres Lebens nur studiert und mal hier und da gejobbt, wie manche Grüne, die besten Chancen, denn sie konnten kaum beruflich etwas falsch machen, weil sie keine Posten hatten, wo viel schief laufen konnte. Jeder, der in großer beruflichen Verantwortung steht, weiß das Entscheidung auch falsch laufen können. Insofern finde ich ihr Argument falsch.
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