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NS-Begriff: AfD-Politiker Gauland fabuliert vom "Volkskörper"

AfD-Vize Gauland: Zunehmend schärfere Tonlage Zur Großansicht
DPA

AfD-Vize Gauland: Zunehmend schärfere Tonlage

AfD-Vize Gauland hat die Maßnahmen der neuen Rechtsregierung in Polen verteidigt. Dabei gebrauchte er in einer Parteirede nach SPIEGEL-Informationen einen Begriff der Nazi-Zeit.

Der stellvertretende Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, hat die autoritären Staatsreformen und die restriktive Flüchtlingspolitik der neuen rechtspopulistischen polnischen Regierung verteidigt. Es sei Sache der Polen und nicht der Europäischen Union, "zu entscheiden, wie ihr Verfassungsgericht aussieht", sagte Gauland am Dreikönigstag in einer Rede zum Wahlkampfauftakt seiner Partei in Stuttgart. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Zugleich bediente sich der Brandenburger Landes- und Fraktionschef in Stuttgart nach Informationen des SPIEGEL auch des völkischen Jargons. So erklärte er auf dem Treffen: "Es ist die Sache der Polen, zu entscheiden, wie viele Flüchtlinge sie in ihrem Volkskörper haben wollen."

Der Begriff "Volkskörper" ist politisch heikel und gilt als historisch belastet. In Deutschland wird er vor allem in rechtsextremen Kreisen benutzt. In der Bevölkerungswissenschaft des 19. Jahrhunderts geprägt, wurde er im Verlaufe der Zeit rassistisch und biologistisch immer mehr aufgeladen. Unter den Nationalsozialisten war der Begriff schließlich Teil der offiziellen Ausgrenzungspolitik, die am Ende in die Vernichtungspolitik gegen Juden und andere angeblich Minderwertige endete. Konkret wurde der Begriff etwa im NS-Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses verwendet. Dort hieß es, es entspreche dem Willen der Regierung, "den Volkskörper zu reinigen und die krankhaften Erbanlagen allmählich auszumerzen".

Die Äußerungen Gaulands reihen sich ein in eine zunehmend schärfere Tonlage, die die AfD nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in Köln, an denen auch Flüchtlinge beteiligt gewesen sein sollen, anschlägt. In mehreren Bemerkungen von AfD-Spitzenpolitikern, die vor allem im Internet verbreitet werden, wird eine direkte Linie zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gezogen. So schrieb der intern auch wegen seiner Äußerungen zur "Reproduktionsfähigkeit" von Afrikanern umstrittene Thüringer AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke auf seiner Facebook-Seite: "Merkel ist schuld an Attacken des Einwanderer-Mobs auf Frauen in Köln und anderen deutschen Städten."

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