Schusswaffen-Einsatz gegen Flüchtlinge AfD-Vize Gauland distanziert sich von Petry und Storch

Die AfD-Politikerinnen Petry und Storch wollen Flüchtlinge notfalls mit der Schusswaffe am Grenzübertritt hindern. Parteivize Gauland möchte lieber nach anderen Möglichkeiten suchen.

AfD-Vize Gauland: "Es muss für die Bundespolizei andere Möglichkeiten geben, einen Grenzdurchbruch zu verhindern"
DPA

AfD-Vize Gauland: "Es muss für die Bundespolizei andere Möglichkeiten geben, einen Grenzdurchbruch zu verhindern"


Der stellvertretende Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, distanziert sich von den Äußerungen seiner Parteivorsitzenden Frauke Petry zum Schusswaffengebrauch an Deutschlands Grenzen. "Gezieltes Schießen auf Menschen kommt für die AfD nicht infrage", sagte Gauland der Nachrichtenagentur dpa. "Es muss für die Bundespolizei andere Möglichkeiten geben, einen Grenzdurchbruch zu verhindern."

Petry hatte am Wochenende auf die Frage, wie ein Grenzpolizist dann reagieren solle, wenn ein Flüchtling dennoch deutschen Boden betrete, gesagt: "Er muss den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz."

Später legte die Berliner AfD-Chefin Beatrix von Storch nach: Auf ihrer Facebook-Seite antwortete sie auf die Frage, ob man Frauen mit Kindern notfalls mit Waffengewalt am Grenzübertritt stoppen sollte: "Ja." Später relativierte Storch ihre Aussage: ihr "Ja" habe sich nur auf die Frauen bezogen, nicht aber auf die Kinder.

Storch sagte: "Gegen Kinder ist der Schusswaffeneinsatz richtigerweise nicht zulässig. Frauen sind anders als Kinder verständig." Politiker anderer Parteien reagierten empört auf die Äußerungen der AfD-Spitze.

syd/dpa

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