Haushaltshilfe von AfD-Spitzenpolitikerin Neuer Ärger für Alice Weidel

Alice Weidel soll laut "Zeit" die Beschäftigung einer Studentin, die für sie gearbeitet hat, nicht angemeldet haben - obwohl deren Einkünfte den Freibetrag überschritten.

AfD-Spitzenpolitikerin Weidel
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AfD-Spitzenpolitikerin Weidel


Alice Weidel droht weiterer Ärger um die Beschäftigung einer Haushaltshilfe. Nach Informationen der "Zeit" hat die AfD-Spitzenkandidatin der Studentin, die 2015 für sie arbeitete, insgesamt mehr als 750 Franken gezahlt. Damit wäre die Beschäftigung nicht mehr beitragsfrei und meldepflichtig.

Die Zeitung hatte am Mittwoch berichtet, Weidel habe die Studentin der Islamwissenschaften und später eine Asylbewerberin in ihrer Wohnung im schweizerischen Biel schwarz beschäftigt. Die Politikerin stritt daraufhin die Vorwürfe in einer Pressemitteilung ab und verwies auf Schweizer Recht. "Hausangestellte müssen nur dann bei der kantonalen Ausgleichskasse angemeldet werden, wenn ihr Lohn im Jahr 750 Franken übersteigt. Löhne unter dieser Grenze sind beitragsfrei und nicht meldepflichtig", so Weidel.

In der Tat können in der Schweiz sogenannte Sackgeldjobs von der Sozialversicherungspflicht befreit werden - allerdings nur, wenn die Beschäftigten unter 25 Jahre alt sind und weniger als 750 Franken im Jahr verdienen.

Genau gegen dieses Recht könnte Weidel jedoch nach Informationen der "Zeit" verstoßen haben. Demnach war die Studentin zum Zeitpunkt ihrer Tätigkeit zwar jünger als 25 Jahre. Allerdings soll sie etwa ein Jahr lang "in der Regel zwei bis drei Stunden pro Woche" im Haushalt der AfD-Politikerin gearbeitet haben. Dafür bekam sie 25 Franken pro Stunde bar auf die Hand. Ein Betrag, der für Schweizer Verhältnisse üblich sei, heißt es in der "Zeit".

Zu den neuen Vorwürfen hat sich die AfD-Politikerin bislang nicht geäußert. Nach dem ersten Bericht hatte Weidels Anwalt dem Magazin ausrichten lassen, dass die gesetzte Antwortfrist für eine Stellungnahme von einem Arbeitstag "für die Aufarbeitung zum Teil relativ komplexer rechtlicher Sachverhalte mit Blick auf die Zulässigkeit von Vergütungsregelungen" zu kurz gewesen sei.

Weidel lebt mit ihrer Lebenspartnerin, einer aus Sri Lanka stammenden Schweizerin, in Biel. Gemeinsam ziehen sie zwei Söhne groß. Öffentlich nennt die AfD-Politikerin die deutsche Ortschaft Überlingen als Wohnort. Die 38-Jährige ist neben Alexander Gauland die Spitzenkandidatin der AfD für den Bundestag.

brk



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