Rechtspopulisten Umfrage sieht AfD nur noch bei acht Prozent

Die Umfragewerte der AfD brechen ein. In einer Befragung verliert sie zwei Prozentpunkte. Beim Thema Flüchtlinge kann die Partei laut Forsa kaum noch punkten.

Bundesparteitag der AfD (April 2016)
DPA

Bundesparteitag der AfD (April 2016)


Die AfD hat in den vergangenen Wochen offenbar deutlich an Wählergunst verloren. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL würde die Partei derzeit acht Prozent der Stimmen erhalten. Ende Dezember hatte sie laut Forsa noch bei zwölf Prozent, Anfang Februar noch bei zehn Prozent gelegen.

Die Partei könne derzeit beim Thema Flüchtlinge kaum punkten, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. "Die chaotische Amtsführung von US-Präsident Donald Trump, den man zunächst noch feierte, beunruhigt jetzt eher angesichts der Krisenherde in aller Welt." Auch trügen die Auseinandersetzungen in der Partei zum Wählerschwund bei.

Zudem seien die wenigen gemäßigten AfD-Anhänger zur SPD abgewandert, da Kanzlerkandidat Martin Schulz zugetraut werde, "die ihnen so verhasste Angela Merkel abzulösen", sagte Güllner. Die SPD bleibt bei 31 Prozent, die Union bei 34 Prozent. Die FDP steigt um einen Punkt auf sechs Prozent. Linkspartei und Grüne verharren bei acht beziehungsweise sieben Prozent.

Das Forsa-Institut befragte 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

Auch der Wahltrend von SPIEGEL ONLINE sieht die AfD im Abwärtstrend. Die Partei steht nur noch bei zehn Prozent. Im Dezember war sie noch auf 13,4 Prozent gekommen. Die SPD hält sich bei 28,7 Prozent, die Union steigert sich um einen Punkt auf 34,1 Prozent. Grüne (7,9 Prozent), FDP (6,5 Prozent) und Linke (8,4 Prozent) bleiben nahezu unverändert.

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Was ist das Besondere an der Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen Verfahren. Zuerst werden alle Umfragen in einem Netzwerk aus mehr als 12.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"). Online kann jeder an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, unter anderem nach den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse nach weiteren Faktoren und Wertehaltungen gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern.
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Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
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Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 12.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass viele unterschiedliche Nutzer erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Man kann nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. In unserem Fall heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Sie dienen allein dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden.
Wer steckt hinter Civey?
Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

asa/dpa/Reuters/AFP



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fisschfreund 22.02.2017
1. Überschrift
Sind immer noch acht zuviel
jhea 22.02.2017
2. Na denn
Wollen wir mal hoffen dass der Martin sich auch gut genug macht noch die letzten paar AFDler aufzusaugen, und er keinen Skandal an der Backe hat über den er stolpern könnte.
reflektiert_ist_besser 22.02.2017
3. und 8 Prozent
und 8 Prozent sind immer noch 8 Prozent zuviel. Eine Partei, die einen Adolf Höcke duldet, die sich nicht von ihm als Person und vor allem auch nicht von seinen Positionen verabschiedet und klar distanziert, diese Partei hat in Deutschland nix zu suchen. Zumal sie inhaltlich bis zum heutigen Tage nicht das Geringste zur Verbesserung der Lage Deutschlands beigetragen hat. Nur keine Ahnung haben ist deutlich zu wenig.
observerlbg 22.02.2017
4. Da kann man viel rein interpretieren,
tatsächlich ist das Gedächtnis des Wählers meist sehr kurz. Fukoshima? Ja, brachte den Grünen viel Zuspruch. Und nun? Millionen "Zuwanderer"? Ja, da muss man gleich eine Partei entern. Und nun? Interessiert nur noch am Rande. Ein neuer Heilsversprecher? Will sogar AGENDA 2010 angehen? Der Wahltermin ist im Herbst, da fließt noch viel Wasser den Rhein runter. Und am Ende heißt es wieder: the winner is.... Angela Merkel.
Morpheus Nudge 22.02.2017
5.
Mal sehen, wieviel AfD bei der Bundestagswahl übrig bleibt. Je mehr "Besorgten" die Augen über die AfD geöffnet werden, umso mehr bleiben der AfD nur noch die Hasser und Rechtsnationalisten. Gut so - erst recht, wenn die Hasser und Rechtsnationalisten nicht mal mehr die 5 Prozent schaffen und die Afd nur noch im Bereich des Zuspruches einer NPD verortet werden kann. Blau ist das neue Braun.
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