Berliner Wahlkampf AfD findet in Deutschland keine Werbeagentur

Die Berliner AfD suchte und suchte, aber vergebens: Hierzulande wollte niemand Plakate für sie gestalten. Nach SPIEGEL-Informationen wurden die Parteistrategen erst im Ausland fündig.

Wahlplakat der AfD
AfD Berlin

Wahlplakat der AfD

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Weil die Berliner AfD für ihre Werbekampagne keine deutsche Agentur finden konnte, musste sie sich Hilfe aus dem Ausland besorgen. "Wir hatten erhebliche Schwierigkeiten, eine Werbeagentur in Deutschland zu bekommen", bestätigt Landeschef Georg Padzerski dem SPIEGEL. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Die Werbeleute hatten seiner Meinung nach Sorge, durch einen Auftrag für die AfD andere Kunden zu verprellen. Wer die Kampagne nun erdacht hat, wollte Padzerski nicht sagen, nur so viel: Die Agentur stamme aus dem deutschsprachigen Ausland.

Für die Plakate, mit der sie ihren Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus befördern will, hat die rechtspopulistische Partei ein fünfstelliges Budget bereitgestellt.

In der vergangenen Woche hatte die AfD im Berliner Wahlkampf bereits mit einem Kiffer geworben, der sich über Sozialhilfe für seinen Dealer beschwert, und einem schwulen Paar, das über die angebliche Homophobie von Muslimen klagt. Demnächst soll auf den Plakaten eine sportliche blonde Frau folgen, die auf die Kölner Silvester-Übergriffe anspielt - und sogar eine Muslimin, allerdings ohne Kopftuch.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 301 Beiträge
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Seite 1
mamas.duemmster 30.07.2016
1. Das ist
die faktische Neutralität der Medien. Noch Fragen, Kienzle?
mcleiti 30.07.2016
2. Ddr 3.0
Als ob die Werbeagenturen, die sonst für jeden Unfug arbeiten, plötzlich ihr Gewissen entdeckt hätten. Davon kann mannhaften was man will - das Resultat ist aber freiwilliges Berufsverbot, was auch die Mechanismen der freiwilligen Medienzenszur zu Tage bringt. Meinungsfreiheit ade!
volker.reklov1 30.07.2016
3. Ziemlich Naiv...
Wenn ein Landesvorsitzender so einen Müll dem Spiegel erzählt, ist er nicht ganz richtig oder ziemlich Naiv.
furorteutonikus 30.07.2016
4. Soweit
Soweit ist es bereits, dass diese Agenturen, die sich sonst für Nichts zu schade sind, Angst vor den etablierten Kunden haben? Das sollte den Bürgern zu denken geben, da es vorauseilende Zensur in Höchstkultur ist. Auch wenn man sich nicht mit der AfD identifiziert, sollte man erwarten können dass für eine Partei die nicht verboten ist, ein Werbepartner gefunden wird. Es ist sich doch auch niemand zu schade, Dienstleistungen für Gewerbe und Industrie zu erbringen, von denen man annehmen kann, dass dort nicht alles nach Recht und Gesetz zugeht. Oder für CDUSPDFDPGrün.
queerulant 30.07.2016
5. Ein großer Witz
Diese Partei ist nur noch ein großer Witz, wie dieses Plakat eindeutig zeigt. Vielleicht will die AFD ja zwei Armlängen Abstand. Mal im Ernst, gegen diese sich selbst zerfleischenden Partei waren die Anfangsjahre der Grünen Gold wert. Wer meint, das diese Partei und vor allem die Machthungrige Führung etwas bewegen kann, sollte sich vorsichtshalber einen Wecker stellen. Desto eher man Aufwacht, desto besser. Mein Lob geht an die Werbeagenturen die es abgelehnt haben für diesen Laden zu arbeiten.
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