Machtkampf bei der AfD Petry attackiert Gauland

Gleich nach dem Einzug der AfD in den Bundestag gibt es schon wieder Streit bei den Rechtspopulisten: Parteichefin Petry kritisierte Äußerungen des Co-Vorsitzenden Gauland, man werde "Frau Merkel oder wen auch immer jagen".

Gauland und Petry (Archivaufnahme)
DPA

Gauland und Petry (Archivaufnahme)


Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat ihren Parteikollegen Alexander Gauland für Äußerungen am Abend nach der Bundestagswahl kritisiert. "Das ist die Rhetorik, glaube ich, von der ich gesprochen habe, dass gerade der bürgerliche Wähler sie nicht als konstruktiv empfindet", sagte Petry im ZDF-"Morgenmagazin".

Der Co-Vorsitzende der Rechtspopulisten hatte nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse unter anderem gesagt: "Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen".

Die Partei müsse sich nun vor allem auf Inhalte konzentrieren, erwiderte Petry. "Ich möchte, dass die Themen zukünftig dominieren und nicht die abseitigen Äußerungen, die wir in der Vergangenheit gehört haben." In Sachsen, wo die Partei stärkste Kraft geworden war und Petry eines von drei Direktmandaten der Partei geholt hat, fahre die AfD seit Jahren diesen Kurs.

Das gute Ergebnis ihrer Partei in ihrem Heimatverband Sachsen und ihr Bundestagsdirektmandat wertete Petry als Bestätigung für ihren Kurs gegen allzu radikale Töne.

Frauke Petry
AP

Frauke Petry

Auch Äußerungen von Gauland und ihrem AfD-Sprecherkollegen Jörg Meuthen, dass es keine rassistischen Tendenzen in der Partei gebe, trat sie entgegen. Wenn man sich die Partei in den vergangenen Wochen anschaue, "dann sehen wir schon, dass es einzelne Personen gibt, die sich abseits des Programms immer wieder äußern", sagte Petry.

Die Diskussion darüber müsse man offen führen. Die Partei sei für die Wähler da, und nicht für sich alleine. Petry sieht auch die Notwendigkeit für die AfD, sich stärker und konkreter mit politischen Inhalten zu beschäftigen. Gauland hatte in der TV-Sendung "Anne Will" auf die Frage der Moderatorin, wie er denn konstruktiv Politik zu machen gedenke: "Das ist im Moment nicht unsere Aufgabe".

Das gute Ergebnis ihrer Partei in ihrem Heimatverband Sachsen und ihr Bundestagsdirektmandat wertete Petry als Bestätigung für ihren Kurs.

Bundestagswahl 2017

Endgültiges Ergebnis

Zweitstimmenergebnis
Anteile in Prozent
Union
33
-8,5
SPD
20,5
-5,2
Die Linke
9,2
+0,6
Grüne
8,9
+0,5
AfD
12,6
+7,9
FDP
10,7
+5,9
Sonstige
5,1
-1,2
Sitzverteilung
Insgesamt: 709
Mehrheit: 355 Sitze
246
80
67
69
153
94
Quelle: Landeswahlleiter

Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt die Union 33,0 Prozent der Stimmen nach 41,5 Prozent 2013. Die SPD sackte auf 20,5 (2013: 25,7) Prozent. Mit 12,6 Prozent wird die AfD drittstärkste Kraft. Im neuen Bundestag stellen CDU und CSU mit 246 die meisten Parlamentarier, gefolgt von der SPD mit 153 Sitzen und der AfD mit 94 Mandaten.

als/dpa/Reuters

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