Nach dem Parteitag AfD-Chefin Petry fordert Mitglieder zum Bleiben auf

Die Alternative für Deutschland kämpft gegen eine Austrittswelle an: Die frisch gewählte AfD-Chefin Petry richtete sich mit einer E-Mail an Mitglieder. Sie sollen bleiben, bittet sie.

AfD-Chefin Petry in Sachsen (Archivbild): Will Parteikollegen behalten
DPA

AfD-Chefin Petry in Sachsen (Archivbild): Will Parteikollegen behalten


Die neue Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) Frauke Petry hat die Parteimitglieder in einer E-Mail zum Bleiben aufgerufen. In der Massenmail schrieb Petry laut "Bild"-Zeitung, die AfD sei die Partei des gesunden Menschenverstandes, nicht der hitzigen Köpfe. "Wir bitten daher darum, keine übereilten Entscheidungen zu treffen und dem Bundesvorstand und der Partei eine angemessene Zeit einzuräumen." Ein Kurswechsel stehe nicht bevor, so Petry.

Laut "Bild" traten bis Dienstag 600 Mitglieder aus. Damit protestierten sie gegen den Führungswechsel. AfD-Gründer Bernd Lucke musste sich auf dem Parteitag in Essen im Machtkampf mit seiner Konkurrentin Petry geschlagen geben. Sie vertritt den nationalkonservativen Flügel der Partei.

Der EU-Parlamentarier Hans-Olaf Henkel war einer der ersten und prominentesten, der die AfD verlassen hat. Viele Parteimitglieder hätten sich "nicht nur für einen scharfen Rechtsaußenkurs, sondern auch für Pöbelei, Protest und ein Verbreiten von Vorurteilen entschieden", teilte Henkel mit. Der frühere Industriepräsident zählte zum Lager des abgewählten Vorsitzenden und Parteigründers Bernd Lucke.

Der ehemalige Co-Vorsitzende Konrad Adam hat nach eigenen Worten noch nicht über seinen Parteiaustritt entschieden. "Ich bin mir noch nicht sicher", sagte er "Zeit online". Er könne jedoch keinen Rechtsruck der Partei erkennen, sagte er. "Viel mehr Sorgen als ein angeblicher Rechtsruck macht mir die Missachtung von Recht und Ordnung. Ich habe Grund, an der Unabhängigkeit mancher Schiedsgerichte der Partei zu zweifeln."

Die Lucke-Anhänger schmieden hingegen neue Pläne: Noch in dieser Woche will die liberalkonservative innerparteiliche Gruppierung "Weckruf 2015" über eine mögliche Parteigründung entscheiden. Dies sei durch die "völlig geänderte Situation" nach dem Parteitag am Wochenende nötig geworden, erklärte der Verein am Dienstag.

Die AfD habe auf ihrem Bundesparteitag am vergangenen Wochenende einen "beispiellosen Schwenk nach rechts vollzogen", worüber der "Weckruf 2015" "bestürzt und entsetzt" sei. Der Vereinsvorstand wolle nun bis Donnerstag von den Mitgliedern wissen, welche Konsequenzen sie aus den Ereignissen ziehen wollten.

Im Video: Petry-Triumph über Lucke

REUTERS

vek/AFP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 106 Beiträge
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Seite 1
liebe-wahrheit 08.07.2015
1. Sorry Frau Petry ...
... aber wir wünschen Dir viel Spaß mit Deinen Mitgliedern in Springerstiefeln und danke dass Du Dich als das Auffangbecken der rechten Szene zur Verfügung stellst :-)
hermes69 08.07.2015
2. Bettelbriefe die 1.
Der Anfang vom Ende dieser Partei. Gott sei Dank!
KJB 08.07.2015
3. Petry verkennt die Realität
Die AfD ist eben genau die Partei der Hitzköpfe. Wenn man liest das es auf dem Parteitag gejohle und einen rauen, unsachlichen Umgangston gegenüber den liberaleren in der Partei gegeben haben soll dann trifft genau das zu. Keinen Rechtsruck? Gegen Asylsuchende, gegen Islam, für mehr Nationalstaat. Für mich ist das ein klarer Rechtsruck. Die AfD ist mittlerweile das Auffangbecken für die politisch aktiven der Pegida. Kann man nur hoffen das Petry mit ihrem fischen am rechtsaußen Rand die Quittung bekommt und die AfD wieder in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwindet.
lini71 08.07.2015
4. Gibt doch
bestimmt noch genug PEGIDA Anhänger, die in die Partei wollen, kann ja damit aufgefüllt werden. Oder andere besorgte Wutbürger, die sich dort jetzt wohlfühlen, oder?
politik-nein-danke 08.07.2015
5. Frau Petry,
Warum sollen die Mitglieder bleiben wenn Sie für eine Politik stehen die die Mitglieder nicht als ihre verstehen? Und der Spruch mit den hitzigen Köpfen war ja wohl nach dem Auftritt Ihres Flügels auf dem Parteitag mehr als daneben. Da haben Sie sich doch von den Hitzköpfen feiern und ins Amt hieven lassen.
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