Machtkampf in der AfD Petry will weiter streiten

AfD-Chefin Frauke Petry ist mit ihrem "realpolitischen Kurs" auf dem Parteitag am Wochenende gescheitert. Sie will aber nicht aufgeben - trotz Kritik von ihrem Co-Vorsitzenden.

Frauke Petry
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Frauke Petry


Frauke Petry sieht trotz ihrer Niederlage auf dem Kölner Parteitag weiterhin Gesprächsbedarf über den Kurs der AfD. Die Diskussion sei nicht vom Tisch, sagte die Vorsitzende der Rechtspopulisten im ZDF-"Morgenmagazin". Die Partei sei aber "offenbar in ihrem jungen Alter" nicht bereit gewesen, eine schnelle Entscheidung zu treffen.

Petry war am Wochenende mit ihrer Forderung nach einem "realpolitischen Kurs" gescheitert, der die Partei koalitionsfähig machen soll. Parteivize Alexander Gauland und die baden-württembergische Ökonomin Alice Weidel wurden bei dem Parteitag zum Spitzenduo für die Bundestagswahl im September gekürt. Petry hatte bereits im Vorfeld ihren Verzicht auf eine eigene Kandidatur erklärt.

Petry bezeichnete es erneut als "Fehler", dass die Frage des künftigen Kurses nicht geklärt worden sei. Viele Delegierten hätten ihr aber gesagt, dass die Diskussion trotzdem geführt werden müsse. Sie werde sich dafür einsetzen, dass dies auf allen Ebenen passiere und eine Entscheidung bald gefällt werde.

Jörg Meuthen, der zweite AfD-Vorsitzende, geht nach dem Parteitag von einem Ende der Querelen aus. Auf die Frage, ob mit der Niederlage von Petry ihr Ende als Bundesparteichefin eingeläutet sei, sagte Meuthen: "Ich sehe das nicht so dramatisch." Petry habe selbst entschieden, dass sie dem Spitzenteam zur Bundestagswahl nicht angehören wolle.

Meuthen räumte ein, von Petrys "Zukunftsantrag" für eine strategische Neuausrichtung der AfD, der dann nicht behandelt wurde, ohnehin nicht viel gehalten zu haben.

als/AFP/dpa

insgesamt 38 Beiträge
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mhwse 24.04.2017
1. ggf. sollte sich Frau Petry nach einer Partei umsehen,
die anders Denkenden, Frauen und Ausländern positiver gegenüber steht .. Oder falls nicht vorhanden, eine solche gründen - ich denke das hätte Potenzial.. Die Ordnung und Schärfe die sie jedenfalls gegenüber Migranten fordert, gibt es schon lange in den angeblich zu bekämpfenden Altparteien .. Was immer noch nirgends gibt: eine konservative Partei, die auch Frauen respektiert .. (die SPD ist in diesem Sinne und wie in vielen anderen durchaus mit der CDU vergleichbar oder schlimmer ..) Aber ich persönlich vermute ja, dass das nicht gehen wird - die Jungs lassen die Dame die Kartoffel aus dem Feuer holen und setzen sich dann entspannt an den gedeckten Tisch - altes Theater-Spiel, neue Dekoration - sollte ihr ggf. mal jemand sagen ..
Trollfrühstücker 24.04.2017
2. Piraten 2.0
Ich gebe der AfD noch ein, zwei Jahre bis sie sich selbst pulverisiert. Die Wähler werden ihnen in Scharen davonlaufen, wenn sie merken, dass es auch nur alter Wein in neuen Schläuchen ist, plus eine Menge billigem Rassismus, minus Antworten auf reale Probleme.
sotomajor 24.04.2017
3. Meuthen Petry
Herr Meuthen hatte sich gut vorbereitet und seine Rede fasste die Delegierten. Sie zeigte aber auch wo der Spalt in Wahrheit getrieben wurde, wenn einer nicht für den Bundestag zur Verfügung steht aber den Rechtsruck noch direkt stützt. Wo soll der dann enden, wenn nicht eine klare Abgrenzung gemacht wird. Deshalb ist nur Petry`s Realpolitik vernünftig. Schon bald werden sie alle schlauer sein, wenn ihnen die Wählerstimmen und Mitglieder fehlen!
muunoy 24.04.2017
4. Eine Alternative weniger
Tja, ich denke, die AfD hat sich am Wochenende eines großen Teils ihrer Wähler aus dem liberal-konservativen Spektrum beraubt. Auch ich hatte auf eine realpolitische Alternative zum linken Einerlei gehofft. Insbes. brauchen wir eine Partei, welche die EU und die Euro-Rettung kritisch betrachtet. Völkisches Geblubber a la Höckel interessiert vermutlich die Wenigsten. Da wundert es mich schon, dass man den Antrag von Frau Petry, der Partei ein realpolitisches liberal-konservatives Programm zu geben, abgelehnt hat. Naja, die FDP wird sich freuen. Da wird es einige Abtrünnige wie mich geben, die bei der letzten BT-Wahl wegen der katastrophalen Euro-Rettungspolitik die AfD gewählt haben und jetzt reumütig zurück kehren.
Mieze Schindler 24.04.2017
5. Sehr gut, Frau Petry, streiten Sie weiter
und Gauland, Höcke und Storch bitte auch. Dann haben wir das Problem AfD bis zur Bundestagswahl zwar nicht los, aber zumindest unter 5%, was die Sache sehr erleichtert.
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