Machtkampf im AfD-Vorstand Henkel beschimpft Adam in Brand-Mail

Es rumort in der AfD, mehrere Vorstandsmitglieder werfen Parteichef Lucke Alleinherrscher-Allüren vor. Nun springt Hans-Olaf Henkel dem bedrängten Vorsitzenden bei - der SPIEGEL dokumentiert die Brand-Mail gegen den Rebellen Konrad Adam.

AfD-Vorstandsmitglied Adam: Kritik an Parteichef Lucke
REUTERS

AfD-Vorstandsmitglied Adam: Kritik an Parteichef Lucke


Berlin - Im Streit um die künftige Führungsstruktur der Alternative für Deutschland (AfD) verschärft sich der Umgangston. AfD-Bundessprecher Bernd Lucke berief am 26. Dezember - ohne Rücksprache mit dem Vorstand - ein Treffen aller AfD-Funktionäre vor dem Parteitag Ende Januar ein, um sie auf seinen Kurs einzuschwören. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Lucke will die Partei künftig allein führen. Vorstandsmitglied Konrad Adam kritisierte daraufhin in einer Rundmail Luckes Alleingang. Das wiederum veranlasste Bundesvorstand Hans-Olaf Henkel noch am selben Tag, Adam eine E-Mail zu schicken, die dem SPIEGEL vorliegt:

"Lieber Herr Adam,

eine solche - verzeihen Sie - niederträchtige Antwort auch noch an einen solchen großen Verteiler zu senden, hätte ich Ihnen nicht zugetraut. Sie sind total "von der Rolle" und merken es offensichtlich nicht einmal. Sie scheinen von Enttäuschung über Ihre Bedeutung in der Partei und von Ihrem Ehrgeiz zerfressen zu sein.

Sie können Herrn Lucke nicht im Entferntesten das Wasser reichen. Anstatt das anzuerkennen und sich für das Wohl der Partei einzusetzen, sind Sie nur noch destruktiv - in der Presse mit Ihren immer schrulligeren Pressemitteilungen und weil Sie Herrn Lucke mit immer größerer Energie immer aufs Neue ein Bein stellen.

Nebenbei machen Sie sich selbst immer lächerlicher. Was für ein Absturz! Gibt es in Ihrem Umfeld denn niemanden mehr, der Ihnen mal den Spiegel vorhält? Was müssen Ihre ehemaligen Kollegen, Freunde und Verwandten eigentlich aushalten? Selten wurde ich Zeuge einer so dramatischen Persönlichkeitsveränderung. Ein Drama! Ich hoffe, der letzte Akt wird bald aufgeführt und Sie treten von der Bühne.

Hans-Olaf Henkel"

Der Machtkampf im Vorstand hat sich seit dem Mail-Verkehr weiter verschärft. Mehrere Funktionäre haben den AfD-Chef in einem Brief um ein "klärendes Gespräch" gebeten und ihm "Führung nach Gutsherrenart" vorgeworfen.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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adelsexperte 04.01.2015
1. Und das ist gut so
es ist nichts auf Sachebene. Aus diesem Grund weiß keiner worum es konkret geht. Herr Henkel, das weiß ich durch seine eitlen Fernsehauftritte nützt keinem was. Mein Instinkt sagt die AFD wird besser ohne ihn und sein Pegidageschwafel. Wenn ihm die Pegida nicht passt sollte er den Arsch in der Hose haben und austreten.
meinung4u 04.01.2015
2.
..dieses Schmierentheater wenn es um die AfD Grundfeste wie um "innerparteilichen Sozialismus oder Diktatur" geht...;-)..Sieht der geneigte Wähler doch nun allzu deutlich das es der AfD am Ende nur und Ego, Posten und Netzwerk sowie Publicity geht wie bei den anderen auch. Auflösungserscheinungen..."Herr"lich...was ist auch anders wenn man Protestwähler an jedem Rand aufsaugt ohne Inhalte ? Kennen wir doch von Schill, Rep., Piraten und Co. So macht man die FDP wieder stark !
qwert44 04.01.2015
3.
Katastrophe was da gerade passiert... Die AFD hat zu viele Knallköpfe mit nach oben geschwemmt. Die AFD zerbricht ohne Lucke und macht einen Abgang wie die Piraten. Man kann nur hoffen das man Knallköpfe wie Adam oder Frau Petry so schnell wie möglich aussortiert und sich auf die Gründungswerte zurückbesinnt: Ein Ausweg aus dem ständigen Bankengerette
Immanuel_Goldstein 04.01.2015
4.
Witzig. Der Henkel schimpft über die Niedertracht, Mails über einen großen Verteiler zu verschicken und gleichzeitig nimmt er den Spiegel und andere Medien ins CC, wählt also den größtmöglichen Verteiler. Leute, hakt doch diese Dilettantenpartei endlich ab. Von der ist nichts zu erwarten außer ultrarechte Polemik und politischer Dilettantismus. Davon hat dieses Land aber nun wirklich schon genugt.
gerd2006 04.01.2015
5. Wohl beide ungeeignet
Falls der Brief echt ist, hat sich Henkel damit selbst unmöglich gemacht. So zu schreiben ist arrogant und dumm, wenn auch vielleicht einem momentanen Wutausbruch geschuldet. Falls die email von Konrad Adam selbst an den SIEGEL weitergegeben wurde, ist auch er ungeeignet für politische Arbeit. So was klärt man intern.
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