Sachsen AfD setzt auf Bündnis mit Pegida

Sachsens AfD fordert von der Bundespartei freie Hand für ein Bündnis mit der Pegida. Zwei Kandidaten für die Nachfolge von Landeschefin Frauke Petry streben einen Pakt mit der islamfeindlichen Gruppe an.

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Noch unter der damaligen Vorsitzenden Frauke Petry hatte die AfD 2016 einen Abgrenzungsbeschluss zur Pegida gefasst. Das soll sich jetzt zumindest in Sachsen ändern. Der dortige Landesverband drängt auf die Erlaubnis für ein Bündnis mit den Dresdner Islamfeinden.

Entsprechend äußerten sich der amtierende Vorsitzende Siegbert Droese und der Chef der Landtagsfraktion, Jörg Urban. Beide kandidieren am kommenden Wochenende für die Nachfolge von Petry, die nach ihrem Rücktritt als Landesvorsitzende im September vergangenen Jahres aus der AfD ausgetreten war. Als dritter Kandidat will sich der frühere sächsische DSU-Chef Norbert Koch dem Votum des Mitgliederparteitags in Hoyerswerda stellen.

Im Großraum Dresden gebe es bereits "ein Bündnis mit Pegida im weitesten Sinne", sagte Droese der Nachrichtenagentur dpa. "Und wir haben stark davon profitiert." Wenn es nicht gelinge, "Pegida an unserer Seite zu halten, dann werden es vielleicht fünf oder sechs Prozent weniger an Zustimmung für (die Landtagswahl) 2019".

"Die Bundespartei hat nach meinem Eindruck allmählich verstanden, dass wir Sachsen freie Hand brauchen", sagte Droese. "Für Sachsen gesprochen: Pegida ist für uns sehr wichtig."

Im Gegensatz zu den Altparteien verfüge die AfD über keine Organisationen im vorpolitischen Raum. "Es gibt zwar erste zarte Pflänzlein wie einen eigenen Unternehmerverband, aber so etwas wie die Gewerkschaften für die SPD oder die Kirchen für die CDU fehlt uns", sagte Droese. Eine solche Rolle könne Pegida spielen.

"Ich kann mir das sehr gut vorstellen", sagte auch Urban. Pegida sei eine "Bürgerbewegung". "Das Wichtigste ist, dass dort Menschen zusammenkommen und regelmäßig deutlich machen, dass sie mit der Situation unzufrieden sind."

als/dpa



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lalito 30.01.2018
1. Konturen
Zitat: "Ich kann mir das sehr gut vorstellen", sagte auch Urban. Pegida sei eine "Bürgerbewegung". "Das Wichtigste ist, dass dort Menschen zusammenkommen und regelmäßig deutlich machen, dass sie mit der Situation unzufrieden sind." Das sind doch die, die mit Galgen und ausländerfeindlichen Parolen durch die City ziehen? Mache hiermit deutlich, dass ich mit genau dieser Situation unzufrieden bin. Der gewollte Zug hin zu Radikalisierung und Rechtsrandfishing aka Bernd, das demaskiert die angebliche Alternative als absolutes NoGo, Punkt. Da kann die Dame Weidel als noch so gemäßigt hingestellt werden, soviel Kreide gibt es gar nicht. Man schlägt sich, man verträgt sich, so schaut's aus.
fortelkas 30.01.2018
2. Ja, die politischen Masken werden fallengelassen!
Agierte Frauke Petry noch einigermaßen pragmatisch, geht es unter dem Eindruck so vieler Mandate bundesweit jetzt zur Sache. Die AfD ist eine neofaschistische Partei, PEGIDA ist eine neofaschistische Strömung, nun sollen sie offenbar auch offiziell mit einer politischen Stimme sprechen. Ich bin sicher, dass auch NPD-Mitglieder (natürlich nur hinter vorgehaltener Hand) herzlich willkommen sind. Um es kurz und klar wie der ehemalige Außenminister Joschka Fischer zu sagen: Es sind halt Nazis, und die vereinigen sich jetzt. Und wieder fällt mir nur Bertolt Brecht ein: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch". Erwin Fortelka
fatal.justice 30.01.2018
3. Aha.
Es ist ja nicht so, dass vormals kein Bündnis der AfD mit den einzelnen Pegida-Ablegern bestanden hätte. Die Vertreter beider Organisationen trafen sich wohl immer rein zufällig, wenn irgendwo ein Volksmikrofon durch die Reihen der Stechschrittmarschierer gereicht wurde und sich besonders wohlmeinende Sprachkünstler dazu aufschwangen, die Rekultivierung des Abgrenzungsgeistes unserer Vorvorväter einzuläuten.
ROBIN7 30.01.2018
4. Jetzt wächst zusammen
was von Anfang an zusammen gehört hat, trotz der bürgerlichen Fassade, die man sich geben will. Und man sieht jetzt überdeutlich, dass große Teile der AfD nichts anderes sind als die NPD in Blau.
widder58 30.01.2018
5. Warum auch nicht
PEGIDA hat die Entwicklungen vorweggenommen, die meisten Parteien mußten sich nach der Decke strecken. Die Forderungen der PIGIDA haben sich in ganz Europa manifestiert. Das hat weder mit NPD noch mit Nazis irgendwas zu tun. Wer bis heute noch nicht begriffen hat, dass schon seinerzeit PEGIDA den Nerv von Millionen getroffen hat sollte aus seinen ideologischen Verkrustungen herauskommen. Vor allem aber ist es Zeit, sich den Realitäten zu stellen.
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