Umfrage Jeder dritte Deutsche wünscht sich die AfD im Bundestag

Die AfD kann ihr Europawahlergebnis laut einer Umfrage weiter verbessern, die Zustimmung zu der Partei steigt auf einen Höchststand. Dabei trauen ihr 80 Prozent der Befragten nicht zu, die Probleme Deutschlands zu lösen.

AfD-Chef Bernd Lucke: In Umfragen steht die Partei gut da, aber die Bürger trauen ihr nicht viel zu
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AfD-Chef Bernd Lucke: In Umfragen steht die Partei gut da, aber die Bürger trauen ihr nicht viel zu


Berlin - Die eurokritische AfD ist in einer Umfrage auf ein neues Rekordhoch geklettert. Dem Wahltrend von "Stern" und RTL zufolge verbesserte sich die Alternative für Deutschland im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf acht Prozent.

CDU/CSU und SPD verloren jeweils zwei Punkte, die Union lag bei 38 Prozent, ihr Koalitionspartner bei 23 Prozent. Linke und Grüne erreichten jeweils zehn Prozent. Die FDP stagnierte weiter bei vier Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfielen sieben Prozent, zwei Punkte mehr als in der Vorwoche.

Für die Gewinne der AfD sei das von Medien und Politikern kommentierte gute Abschneiden der Partei bei der Europawahl verantwortlich, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem "Stern". "Obwohl die AfD nicht mehr Stimmen bekam als bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr, ist der Eindruck entstanden, dass sie großen Zulauf erhalten habe."

Solche falschen Einschätzungen würden nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit radikalen Parteien zunächst immer Auftrieb geben. Weil der Anteil der Nichtwähler um vier Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche abnahm, ging Güllner davon aus, dass die AfD "jetzt auch aus diesem Lager Stimmen erhalten hat".

Nach einer weiteren Forsa-Umfrage für den "Stern" fände es jeder dritte Deutsche gut, wenn die AfD auch im nächsten Bundestag vertreten wäre. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent hielt das nicht für wünschenswert. Dass der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke mit den Problemen in Deutschland besser fertig werden könnte als andere Politiker, glaubten allerdings nur acht Prozent der Befragten. Eine breite Mehrheit von 80 Prozent traute ihm das nicht zu.

Das Forsa-Institut befragte für den Wahltrend in der vergangenen Woche 2002 Bundesbürger und für die AfD-Umfrage 1002 Menschen.

kes/AFP/Reuters

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 289 Beiträge
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LH526 04.06.2014
1.
Und warum wählt der deutsche Michel dann nach wie vor die großen 5? Bei der letzten Voksbefragung aka Bundestagswahl sah das noch anders aus.
stefansaa 04.06.2014
2.
Komisch. Warum hat dann nicht jeder dritte Deutsche bei der letzten BT Wahl diesen Haufen von Marktradikalen Spinnern gewählt?
dafuq_man 04.06.2014
3.
So ein Blödsinn...
RalfHenrichs 04.06.2014
4. Spd 23%
Historischer Tiefstwert in diesem Jahrzehnt: 21%, zuletzt 21.05.2011. Davon nicht mehr weit entfernt. All-Time-Tiefstwert: 19%, zuletzt 16.12.2009. Mal sehen, wann die SPD diesen wieder erreicht. Sicherlich noch in dieser Legislaturperiode. Und weniger.
Blindleistungsträger 04.06.2014
5. Der nächste Sonntag
Wie beruhigend, dass am nächsten Sonntag keine Bundestagswahl stattfindet. Da bleibt uns ein Rechtsruck erspart.
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