Bundestagsvizepräsident AfD-Kandidat Glaser endgültig gescheitert

Trotz des Widerstands aus allen Bundestagsfraktionen hatte die AfD an Albrecht Glaser als Kandidat für den Posten des Bundestagsvizepräsidenten festgehalten. Nun hat der Ältestenrat einen weiteren Wahlgang ausgeschlossen.

Albrecht Glaser (Archiv)
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Albrecht Glaser (Archiv)


Der AfD-Kandidat für das Amt des Bundestagsvizepräsidenten, Albrecht Glaser, wird keine weitere Gelegenheit bekommen, sich zur Wahl zu stellen. Der Ältestenrat des Parlaments hat am Donnerstag vereinbart, keinen weiteren Wahlgang mit diesem Kandidaten durchzuführen. Bis auf AfD und Linke waren sich darüber die anderen Fraktionen einig.

Glaser hatte im Plenum bei drei Wahlgängen nicht die erforderliche Mehrheit der Stimmen erhalten. Die in Halle erscheinende "Mitteldeutsche Zeitung" (Online) berichtete, die Bedenken richteten sich nicht gegen die AfD als solche, sondern gegen Glaser persönlich. Er hatte den Muslimen in Deutschland das im Grundgesetz verbriefte Recht auf Religionsfreiheit abgesprochen, weil seiner Auffassung nach der Islam selbst keine Religionsfreiheit kenne.

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Britta Haßelmann, erklärte in der Zeitung: "Die Wahlergebnisse für Glaser in drei Wahlgängen mit jeweils mehr als 540 Nein-Stimmen zeigen deutlich, dass der Kandidat in freier und geheimer Wahl der Abgeordneten nicht mit Unterstützung rechnen kann. Eine erneute Kandidatur erscheint klar aussichtslos. Das wird auch die AfD erkennen müssen." Diese hat es bisher abgelehnt, einen anderen Kandidaten zu benennen.

mkl/dpa

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