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Unionsfraktionschef: Kauder will Talkshows mit AfD-Politikern meiden

Unionsfraktionschef Kauder: Viele in der AfD seien "sehr weit rechts verortet" Zur Großansicht
DPA

Unionsfraktionschef Kauder: Viele in der AfD seien "sehr weit rechts verortet"

Diskutieren mit der AfD? Ohne mich! Unionsfraktionschef Kauder will in keine Talkshows gehen, in die auch die Euro-Kritiker eingeladen sind. Mit den Republikanern habe man sich ja auch nicht abgegeben.

Berlin - Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) will Fernseh-Talkshows fernbleiben, in denen Politiker der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) auftreten. "Mit denen möchte ich nicht in Talkshows sitzen", sagte Kauder in der Freitagsausgabe der "Welt". Es gebe Hinweise, dass "größere Teile der AfD sehr weit rechts verortet sind".

Kauder zog einen Vergleich zum Einzug der rechtsradikalen Republikaner in den baden-württembergischen Landtag in den Neunzigerjahren. Die CDU habe sich "nicht mit den Republikanern abgegeben" und darauf geachtet, sie "in keiner Weise aufzuwerten", sagte Kauder, der damals Generalsekretär der Südwest-CDU war. "Diese Strategie empfehle ich auch im Umgang mit der AfD."

Die EU-Skeptiker hatten bei der Europawahl am vergangenen Sonntag sieben Prozent der Stimmen und damit sieben Mandate im Europaparlament gewonnen. Die Union hatte dagegen Mandate verloren, insbesondere die bayerische CSU war abgestürzt.

Für die CDU gebe es "keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD", sagte er. "Wir empfehlen unseren Landes-, Kreis- und Ortsverbänden, das genauso zu halten." In den in diesem Jahr noch anstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg könnte die AfD zum ersten Mal in Landesparlamente einziehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt wie Kauder Kooperationen mit den Euro-Gegnern ab, allerdings gibt es parteiinterne Kritik am Umgang mit der AfD.

Kauder übte aber auch Kritik an der Schwesterpartei CSU, die mit populistischen Parolen versucht hatte, die AfD abzuwehren: "Wir alle wissen: Wenn man sich in der Regierung befindet, ist es immer schwierig, gleichzeitig Oppositionstöne anzuschlagen. Das funktioniert nicht", sagte Kauder in dem Interview.

Kauder äußerte zugleich den Wunsch, dass die FDP der Union als möglicher Koalitionspartner erhalten bleibe. "Ich habe die Häme, die über der FDP ausgeschüttet worden ist, nie verstanden", sagte er. "Die FDP hat sich um unser Land verdient gemacht." Er empfahl den Liberalen, sich auf ihr Stammland Baden-Württemberg zu konzentrieren, wo 2016 die Landtagswahl ansteht.

ade/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 395 Beiträge
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1. Feige,
SirZaharoff 29.05.2014
Zitat von sysopDPADiskutieren mit der AfD? Ohne mich! Unionsfraktionschef Kauder will in keine Talkshows gehen, in die auch die Eurokritiker eingeladen sind. Mit den Republikanern habe man sich ja auch nicht abgegeben. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-kauder-cdu-will-talkshows-mit-den-euro-kritikern-meiden-a-972405.html
undemokratisch, jämmerlich, erbärmlich - CDU.
2.
fritze_bollmann 29.05.2014
mann, schickt diesen Kauder auf Rente auf Pension oder in den Vorruhestand. es reicht langsam.
3. optional
ralf_si 29.05.2014
Herr Kauder will also eine beachtliche Anzahl deutscher Wähler ignorieren?! Der Hochmut kommt vor dem Fall.
4. Er weiß, warum er mit Lucke oder Henkel nicht diskutiert:
ruthteibold-wagner 29.05.2014
Er ist ihnen unterlegen. Ihre Argumente sind besser. Deshalb meidet er die Auseinandersetzung. Er will nicht verlieren. Er ist ein schlechter Verlierer.
5. optional
joint 29.05.2014
Kauder ist eben ein echter Demokrat.
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