Alternative für Deutschland Lucke provoziert mit Parteitagsrede Kritik in eigenen Reihen

Den Bundesparteitag der AfD konnte Sprecher Bernd Lucke als Etappensieg verbuchen. Doch an seiner Rede vor den Parteimitgliedern regt sich jetzt Kritik.

AfD-Gründer Lucke: "Vielleicht etwas missverständlich"
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AfD-Gründer Lucke: "Vielleicht etwas missverständlich"


Heidelberg - Der Co-Chef der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, ist für Teile seiner Rede beim Bundesparteitag in Bremen heftig aus den eigenen Reihen kritisiert worden. Der stellvertretende AfD-Sprecher Alexander Gauland bezeichnete in der "Rhein-Neckar-Zeitung" Luckes Aussage, die Arbeit der bisherigen Parteispitze sei stümperhaft gewesen, als Schwachsinn. Diese Einschätzung sei "völlig falsch" sowie "unsinnig und unkollegial", kritisierte Gauland.

Der Vizesprecher der Partei bezeichnete Luckes Rede als "nicht sehr zielführend und für die Einheit der Partei nicht klug und nicht glücklich". Er selbst habe den Satzungskompromiss mitgetragen, obwohl er die Argumente von Lucke nicht für tragfähig halte, sagte Gauland.

Die bisherige Co-Vorsitzende Frauke Petry sagte der Zeitung, Lucke müsse "integrativ wirken". An dieser Stelle müsse er noch "nacharbeiten". Die stellvertretende Parteivorsitzende Patricia Casale sagte zu Luckes Äußerungen, diese seien "sicher nicht persönlich gemeint" gewesen. "Aber ich lasse mich nicht als Stümper bezeichnen."

Lucke selbst sagte der Zeitung zu seiner Äußerung, diese sei "vielleicht etwas missverständlich" gewesen: "Ich habe nicht die Vorstandsmitglieder sondern die Bedingungen, unter denen wir gearbeitet haben, als stümperhaft bezeichnet."

Die rund 1700 Teilnehmer des AfD-Parteitags in Bremen waren am Wochenende mit deutlicher Mehrheit Luckes Wunsch gefolgt, die AfD nur noch von einem Vorsitzenden führen zu lassen. Zu der bisherigen dreiköpfigen Spitze gehörte neben Lucke und Petry auch Konrad Adam.

mka/AFP

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insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
jujo 02.02.2015
1. ...
Na ja, die AFD ist nicht mein Ding. Lucke hat aber m.M. nach den Befreiungsschlag geschafft. Folgt man Olaf Henkel ( Interview im DLF ) haben einige nach der Rede von Lucke ihre Mitgliedschaft zurückgegeben. Er war froh darüber, seien das doch Leute die man eh loswerden wollte! ( gehört dazu auch Gauland? ) Zum Punkt nur einen Vorsitzenden zu haben meinte er richtigerweise, das Deutschland mit drei Bundestrainern auch nicht die WM gewonnen hätte.
ichsagwas 02.02.2015
2. eine Partei, wie alle anderen
die AfD beraubt sich mit dem weichgespülten Programm Luckes eines guten Teils ihres Protestpotentials. Mit Lucke, und mit Leuten wie Henkel, wird das kaum mehr als eine Art konservative FDP. Und die dringend nötige, tiefer gehende Systemkritik bleibt auf der Strecke. Da gehen viele andere linke wie rechte Parteien in Europa ein Stück weiter. Lucke ist ein Feigling. Der Mann findet keine klaren Worte, er schielt jetzt schon auf die Macht !
ichsagwas 02.02.2015
3.
Zitat von jujoNa ja, die AFD ist nicht mein Ding. Lucke hat aber m.M. nach den Befreiungsschlag geschafft. Folgt man Olaf Henkel ( Interview im DLF ) haben einige nach der Rede von Lucke ihre Mitgliedschaft zurückgegeben. Er war froh darüber, seien das doch Leute die man eh loswerden wollte! ( gehört dazu auch Gauland? ) Zum Punkt nur einen Vorsitzenden zu haben meinte er richtigerweise, das Deutschland mit drei Bundestrainern auch nicht die WM gewonnen hätte.
so einfach ist das aber nicht - also die größten Erfolge der AfD gab es bisher in Ostdeutschland... was mehr auf das Konto von Gauland und Petry geht, als auf das Luckes. Schon möglich, dass sich die AfD früher oder später spaltet. Eine reine Lucke-Partei dürfte aber keine großen Chancen haben. Dann kann man ja gleich wieder die FDP wählen.
horstr 02.02.2015
4. Lucke wird nicht auf Dauer Vorsitzender sein
In seiner Rede sagte er selbstkritisch "er sei kein Teamplayer", das stimmt! Aber Frau Petry wird das Amt gut ausfüllen u Lucke wird wirtschaftspolitischer Sprecher bleiben.
bodo_hombach 02.02.2015
5. Großreinemachen
Die AfD ist jung, muss sich noch von vielen Leuten trennen, die die Partei in eine Richtung lenken wollen die keine größere Unterstützung in der Bevölkerung erfährt. Eine starke Parteiführung ist dazu notwendig. Jeder, der jetzt geht weil er Lucke nicht abhaben kann kann auch die Richtung nicht abhaben, in die sich die AfD positioniert. In der Hinsicht hat Henkel recht wenn er sagt es sei gut, wenn jetzt einige Leute austreten. Bis zur Bundestagswahl muss Lucke seinen Schweinestall eh ausgemistet haben.
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