Zoff bei der AfD NRW-Landeschef Burger schmeißt hin

Der Streit in der AfD geht weiter: Der Landeschef von Nordrhein-Westfalen, Jörg Burger, hat seinen Rücktritt erklärt. Jörg Himmelreich aus dem Landesvorstand gab ebenfalls seinen Parteiaustritt bekannt - Grund sei der "autoritäre Führungsstil" des Bundesvorsitzenden Lucke.

NRW Landeschef Burger: "Fundamental andere Vorstellungen"

NRW Landeschef Burger: "Fundamental andere Vorstellungen"


Düsseldorf - Er habe "fundamental andere Vorstellungen als der Bundesvorstand von einem demokratischen und geordneten Aufbau der Parteiorganisation, der Wirtschaftsplanung und der Rechnungslegung in der AfD". Mit diesen scharfen Worten begründete der Landesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD) in Nordrhein-Westfalen, Jörg Burger, seinen Rücktritt.

Der 53-jährige war erst im Dezember nach heftigen internen Streitigkeiten zum neuen Landeschef gewählt worden. Mit ihm legte auch das NRW-Landesvorstandsmitglied Jörg Himmelreich alle Ämter nieder. Der autokratische Führungsstil des Bundesvorsitzenden Bernd Lucke verletze Grundprinzipien der Parteiendemokratie und die eigene Parteisatzung, teilte Himmelreich mit.

Aus Protest gegen den Führungsstil innerhalb der AfD erklärten Burger und Himmelreich beide auch ihren Austritt aus der Partei zum 31. März 2014. In einem Schreiben an die Parteimitglieder begründeten sie diesen Schritt mit "nicht zu überbrückenden Divergenzen mit dem Bundesvorstand".

Die Rücktritte sind die nächste Volte im internen Machtkampf der AfD. Am vergangenen Wochenende hatte die Basis bei einem Parteitag in Erfurt gegen Lucke aufbegehrt und ihm vorgeworfen, die Macht an sich zu reißen. Lucke zog daraufhin einen umstrittenen Antrag zurück, wonach die Führung von drei auf eine Person verkleinert und mehr Einfluss durch die Parteispitze ausgeübt werden sollte.

Am Mittwoch trat der Großteil des AfD-Landesvorstands in Sachsen-Anhalt im Streit zurück. Und nun NRW. Burger und Himmelreich schlossen ihr Schreiben an die AfD-Mitglieder mit den Worten: "Wir wünschen Ihnen allen Erfolg in den bevorstehenden Wahlen."

lgr/dpa

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klugscheißer2011 29.03.2014
1. Und trotzdem
Zitat von sysopDer Streit in der AfD geht weiter: Der Landeschef von Nordrhein-Westfalen, Jörg Burger, hat seinen Rücktritt erklärt. Jörg Himmelreich aus dem Landesvorstand gab seinen Parteiaustritt bekannt - Grund sei der "autoritäre Führungsstil" des Bundesvorsitzenden Lucke. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-nrw-landeschef-joerg-burger-tritt-zurueck-a-961496.html
Undisziplin und Gefolgschaftsverweigerung bei Rechtspopulisten? Dachte sowas gibts da gar nicht, ginge immer nur im Gleichschritt. Aber das wird die Verblendeten und DM-Anbeter unter den Protestwählern nicht davon abhalten, diese Sekte zu wählen. Da mag Adolf Lucke (oder heißt der gar nicnt Adolf?) autoritär sein oder lammfromm tun. Ihre 5 Prozent werden sie wohl bekommen bei der EU-Wahl, danach dann gern weniger.
Liberalitärer 29.03.2014
2. Ziemlicher Schlag
Zitat von sysopDer Streit in der AfD geht weiter: Der Landeschef von Nordrhein-Westfalen, Jörg Burger, hat seinen Rücktritt erklärt. Jörg Himmelreich aus dem Landesvorstand gab seinen Parteiaustritt bekannt - Grund sei der "autoritäre Führungsstil" des Bundesvorsitzenden Lucke. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-nrw-landeschef-joerg-burger-tritt-zurueck-a-961496.html
Das ist jetzt schon sehr heftig, wenn auch die Begründung wohl vorgeschoben ist. Niemand von denen kann das außenpolitische Programm mittragen. Wie denn auch? Und die Annäherung an Farage ist ein grober Schnitzer. Merkwürdig nur, dass das so eher spartanisch berichtet wird. Ansonsten ist doch jeder "Pups" eine Headline wert.
freddygrant 29.03.2014
3. Jeder Anfang ist schwer ...
... und in allen Visionen - auch bei einer neuen Partei - benötigt man Leute die nicht gleich hinschmeißen, wenn einer am Anfang den Laden zusammenhalten muss. Ich begrüße - schon aus Demokratieverständnis - jede neue Partei, die es in unser Parlament schafft. Alte und abgenutzte, verfilzte Parteien haben wir ja schon genug. Also weiter vorwärts AfD!
malocher77 29.03.2014
4. Na und wenn schon
Den Typen kannte keiner, wird auch keiner kennen.Ob mit oder ohne ihnen wird AfD in EU Parlament einziehen. Da versucht die Presse erst in braune Ecke die Partei zu schieben, jetzt soll man den Eindruck bekommen, dass es bur Krach gibt in der Partei.Wenn bei CDU falsche Doktoren Munister sind und pädophile im Bundestag unter SPD Mitglieder sind, da reitet mann nicht so lange drauf, es könnte ja der Systempartei schaden.
SenYek 29.03.2014
5. Über den Drahtseilakt
Warum haben die etablierten Parteien so verkrustete Strukturen ... warum wirkt die CDU oft wie ein reiner Abnickerverein? Die Antwort auf solche Fragen findet man, wenn man die Entwicklung von jungen Parteien mit "frischen" Ideen beobachtet: Sie geraten in einen Drahtseilakt zwischen stringenter Führung (die dann leicht in wahrgenommene Diktatur ausartet - AfD) oder offener Diskussionskultur (die dann ggf. in "wir beschliessen gar nix mehr" mündet - Piraten). Das kann niemand fehlerfrei leisten - offenbar gelingt es auch der AfD nicht. Wenn man sich dann auch noch die frühen Jahre der Grünen vor Augen führt (mit extremen Flügelkämpfen), dann bleibt nur das Fazit, dass der Aufbau einer überlebensfähigen neuen Partei noch viel schwieriger und riskanter ist, als ohnehin ... schon allen klar ist.
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