Eurokritiker AfD verschiebt Parteitag um zwei Monate

Die jetzige AfD-Troika an der Spitze der Eurokritiker bleibt ein wenig länger im Amt. Der Bundesparteitag mit den Vorstandswahlen wird nun erst im Juni stattfinden - statt wie ursprünglich geplant im April.

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AfD-Mitglieder-Parteitag in Bremen: Weg für die Satzungsänderung frei gemacht
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AfD-Mitglieder-Parteitag in Bremen: Weg für die Satzungsänderung frei gemacht


Berlin - Eigentlich sollte die neue Doppel-Führungsspitze der Alternative für Deutschland (AfD) bereits im April gewählt werden. Doch in einer Telefonschalte einigte sich der Bundesvorstand der Eurokritiker diese Woche darauf, den Bundesparteitag in den Juni zu verlegen. Zudem wird er diesmal ein Delegiertenparteitag sein.

AfD-Pressesprecher Christian Lüth bestätigte am Freitag SPIEGEL ONLINE, dass der Parteitag um zwei Monate verschoben wird. Er solle nun am 13. und 14. Juni stattfinden, ein Ort stehe noch nicht fest.

Der vergangene Bundesparteitag in Bremen, auf dem die Satzungsänderung für eine schlankere Parteiführung von einem Mitgliederparteitag beschlossen worden war, hatte offen gelassen, in welcher Form der Parteitag zu den Vorstandswahlen stattfinden soll. "Der Bundesvorstand hat nun entschieden, dass es ein Delegiertenparteitag wird", sagte Lüth. Man rechne mit ungefähr 500 bis 600 Teilnehmern.

Ein solcher Parteitag dürfte für die erst zwei Jahre alte Partei billiger werden. In Bremen hatten sowohl der Bundesschatzmeister Piet Leidreiter als auch Vorstandssprecher Bernd Lucke auf die hohen Kosten hingewiesen, die für die Partei durch die Abhaltung von Mitgliederparteitagen entstehen. In Bremen waren rund 1.800 Teilnehmer der Basis erschienen, es mussten zwei Hallen angemietet werden, die per Videoschaltung miteinander verbunden waren. Intern wird der Bremer Mitgliederparteitag bei der AfD bislang mit rund 300.000 Euro veranschlagt.

Die Kostenfrage ist für die Partei nicht unwesentlich. Denn im November wird die AfD einen weiteren Bundesparteitag abhalten und damit den dritten in einem Jahr. Auf diesem Parteitag soll ein Programm verabschiedet werden. Die Zusammenkunft zum Jahresende, das hatten die Teilnehmer in Bremen beschlossen, soll wegen der wichtigen Programmentscheidungen dann wieder ein Mitgliederparteitag werden.

Wegen der Verschiebung der Vorstandswahlen bleibt die bisherige Spitze der AfD - Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam als gleichberechtigte Vorstandssprecher - jetzt einige Wochen länger im Amt als zunächst vorgesehen. Bei den Wahlen zum neuen Vorstand Mitte Juni werden dann voraussichtlich Lucke und Petry in eine neue Doppelspitze gewählt.

Nach dem Programmparteitag soll die AfD dann zum Ende des Jahres nur noch von einem Bundesvorsitzenden und einem hauptamtlichen Generalsekretär geführt werden. Das hatte der Bremer Mitgliederparteitag beschlossen. Lucke dürfte als AfD-Mitgründer und eines der prominentesten Gesichter der Partei dann als neuer Bundesvorsitzender den Eurokritikern vorstehen.



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insgesamt 6 Beiträge
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kjartan75 13.02.2015
1.
Und die vielbeschworene einzigartige Partei gleicht sich doch immer mehr an. Basisdemokratie wird abgebaut...man scheint langsam in die Realität zu kommen.
freidenker49 13.02.2015
2. Super sachlich über die AfD
SPON hat wirklich dazugelernt. Der Artikel ist sachlich und informativ und kommt ohne Pejorative aus, auch ohne herabsetzende Adjektive. Dass die AFD programmatisch verkürzt als "Eurokritiker" abgestempelt werden, das kann man hinnehmen.
derinvestigator 13.02.2015
3. Gut so! Basisdemokratie heißt Prioritäten setzen!
Ein Bundesvorsitzender und ein hauptberuflicher Sekretät stellen ein erprobtes, praktikables Modell dar. Deshalb darf Lucke es auch übernehmen, denn damit verbiegt er sich inhaltlich nicht. Die AfD muss die Alternative zu den etablierten Parteien bleiben, sonst hat sie auf Dauer keine Überlebenschance. Lucke ist nun mal das Aushängeschild und im Verbund mit dem wissenschaftlichen Beirat und Kapazitäten wie Henkel und Starbatty ist sie gerüstet, gegen die katastrophale EURO-Politik von Merkel/Schäuble zu agieren. Gerade jetzt, wo das Versagen der Eurokratie immer mehr sichtbar wird, muss die einzige eurokritische Partei im Lande an Bedeutung gewinnen.
dhanz 13.02.2015
4.
Zitat von kjartan75Und die vielbeschworene einzigartige Partei gleicht sich doch immer mehr an. Basisdemokratie wird abgebaut...man scheint langsam in die Realität zu kommen.
Völlig in Ordnung. Die AfD hat nun einmal nur begrenzte personelle und finanzielle Resourcen. Da ist die Verschiebung um 2 Monate wegen den Landtagswahlen in Hamburg und Bremen schon vernünftig. Schließlich müssen die AfD-Mitglieder die Wahlplakate persönlich und - wegen der politsch-korrekten Zerstörung durch demokratieliebende Mitbürger - auch mehrmals aufhängen.
hugahuga 13.02.2015
5. Es gefällt mir, wenn ich sehe, dass hier eine Partei zu
rechnen vermag und deshalb unnötige Kosten vermeidet. Diese Einsicht wünschte man sich bei anderen Parteien ebenfalls. Wie kommt's - SPON berichtet sachlich, ganz ohne die gewohnte Voreingenommenheit? Dazu gelernt? Mal sehen - wie das ab Sonntag - nach Bremen - sein wird.
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