Chaos-Parteitag in Erfurt AfD-Basis wehrt sich gegen Entmachtung durch Lucke

Chaos-Auftakt beim Parteitag der AfD: Chef Bernd Lucke ist zunächst mit seinem Plan gescheitert, mehr Macht auf sich zu konzentrieren. Er musste einen Antrag für eine neue Satzung zurückziehen. Denn die Basis macht das nicht mit.

AfD-Chef Lucke (Archivbild): Mit Machtplan zunächst gescheitert
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AfD-Chef Lucke (Archivbild): Mit Machtplan zunächst gescheitert


Erfurt - Begleitet von heftigen internen Auseinandersetzungen hat die Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) am Samstag in Erfurt ihren zweiten Bundesparteitag eröffnet. Bei dem zweitägigen Treffen sollen die mehreren hundert anwesenden Mitglieder ein Programm für die Europawahl verabschieden.

Gleich zu Beginn musste AfD-Chef Bernd Lucke eine Niederlage hinnehmen: Ein von der Führung eingebrachte Satzungsantrag hatte die Führung von drei auf eine Person verkleinern und mehr Macht an der Parteispitze konzentrieren sollen. Mit dem Plan zum Ausbau ihrer Durchgriffsrechte, vor allem auf Landesverbände, hatte die AfD-Spitze auf heftige interne Querelen reagiert.

Doch bevor es zur Diskussion und Abstimmung über den Antrag kommen konnte, hagelte es Anträge und Gegenanträge zum Verfahren. Parteiinterne Kritiker werfen AfD-Chef Bernd Lucke vor, zu viel Macht in seinen Händen bündeln zu wollen. Schließlich zog Lucke den Antrag zurück. Aktuell steht eine Satzungsänderung damit nicht mehr auf dem Programm des noch bis Sonntag angesetzten Parteitags.

Die Parteibasis präsentierte sich zu Beginn des Erfurter Treffens zerstritten. Schon die Wahl eines Versammlungsleiters - eigentlich eine Formsache - löste eine einstündige turbulente Debatte aus, die zeitweise von Buh-Rufen, Pfiffen und gegenseitigen Schuldzuweisungen der Delegierten begleitet wurde. Für den Erfurter Parteitag haben sich rund 1300 Mitglieder angemeldet.

ore/AFP

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trolleyhog 22.03.2014
1. alleinherrschaftsansprüche
liberal und demokratisch geht anders h. lucke. das haben ihnen die mitglieder gezeigt. mit h. lucke wird die afd nie eine echte alternative.
pefete 22.03.2014
2. schön
ich finde es immer schön, wenn eine partei antritt die welt zu verändernh, aber nicht in der lage ist sich selber zu organisieren. ich denke da auch, aber nicht nur, an die piraten.
Antikfan 22.03.2014
3. Ich mag den Euro.........
als Preistreiber nicht und rate Herrn Lucke, wenn er öffentlich auftritt, das mit Krawatte und dunklen Anzug zu tun. Nur so sind die alten Wähler zu gewinnen. Die Bänker machten das zur Pflicht und gewinnen immer. Bevor sich die Partei zerstritten wieder auflöst, muss er sich generell ändern.
nozron101 22.03.2014
4. Auflösungserscheinungen
das scheinen die ersten Auflösungserscheinungen zu sein. Auch die Piraten finden kaum noch statt. Das ist ja die Krux mit den kleinen Parteien, sie haben.einige gute Ideen und Ansätze und finden schnell Zuspruch in kleinen Teilen der Bevölkerung. aber.meist.konzentriert.man sich nur auf.kleine Randthemen und hat fuer die großen Probleme der Gesellschaft keine Lösungen parat. Daher ist es schnell aus mit dem Zauber und man verliert sich in internen Zankereien bis die Partei unwählbar wird und sich in der Bedeutungslosigkeit wiederfindet oder auflöst. nur die extrem rechten oder linken haben immer ihr Publikum.
Wildes Herz 22.03.2014
5. Jetzt geht´s los: Die "Piratisierung" der AfD...
Parteien, die aufgrund ihres Auftretens als Protestpartei naturgemäß eine besonders starke Anziehungskraft auf Unzufriedene, Querulanten, Vollzeit-Nörgler und vermeintlich Zukurzgekommene aller Couleur ausüben, werden (nach einer Phase der kollektiven, rauschhaften Begeisterung für sich selbst) früher oder später IMMER mit dem Virus selbstzerstörerischer Dauerstreitereien und ätzender, lähmender Personalquerelen infiziert. Das ist fast schon so etwas wie ein Naturgesetz. Und ich würde wetten wollen, dass das, was wir gerade in Erfurt geboten bekommen, im Falle der AfD erst der Anfang gewesen ist... Der Anfang vom Ende.
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