Demonstration gegen Parteitag Polizei räumt Blockade von AfD-Gegnern

Die AfD trifft sich zum Bundesparteitag im Kongresszentrum in Hannover - begleitet von Hunderten Polizisten und Demonstranten. Eine Sitzblockade räumte die Polizei mit einem Wasserwerfer.

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Mit einem massiven Aufgebot sichert die Polizei den AfD-Bundesparteitag in Hannover. Hunderte Beamte sind rund um den Veranstaltungsort postiert, ein Wasserwerfer kam bereits zum Einsatz. Mehrere Polizisten und mindestens ein Demonstrant wurden verletzt. Der Mann hatte sich an eine Metallpyramide gekettet und brach sich das Bein, als Polizisten ihn wegbringen wollte.

Seit sieben Uhr sei es "wiederholt zu Störaktionen und in zwei Fällen zu Sitzblockaden gekommen", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Eine Blockade sei geräumt worden. Die AfD-Gegner hatten versucht, mehrere Zufahrtswege zum Kongresszentrum zu blockieren, wo der Parteitag stattfindet. Einige der 600 Delegierten hatten deshalb Probleme, zu den Eingängen zu gelangen - der Parteitag begann schließlich mit einer Stunde Verspätung.

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Protest gegen AfD-Parteitag: Regenschirme gegen Wasserwerfer

Derzeit haben sich mehrere Hundert Demonstranten an verschiedenen Straßenkreuzungen und vor den Eingängen des Kongresszentrums versammelt. Sie haben Plakate dabei und skandieren "Haut ab, haut ab".

Bereits am Freitagabend hatten etwa tausend Menschen gegen die rechte Partei demonstriert. Unter dem Motto "Keine Angst für niemand" zogen sie begleitet von Polizisten durch die Innenstadt. Auch für den heutigen Samstag sind mehrere Demonstrationen angemeldet, zu denen einige tausend Teilnehmer erwartet werden.

Stimmenfang #29 - "Die AfD hat uns wachgerüttelt"

Auf dem zweitägigen Parteitag soll die AfD-Spitze neu gewählt werden. Seit dem Rückzug von Frauke Petry nach der Bundestagswahl führt Jörg Meuthen die Partei allein. Seine Wiederwahl gilt als gesichert. Streit gab es im Vorfeld darüber, wer mit ihm eine Doppelspitze bilden könnte. Auch denkbar wäre, dass per Satzungsänderung eine Einzelspitze festgelegt wird, dann könnte Meuthen alleiniger Parteichef bleiben. Ein entsprechender Antrag des Landesverbands Sachsen-Anhalt liegt vor.

Als Co-Vorsitzender will der Berliner Landeschef Georg Pazderski antreten. Seine Wahl will offenbar aber AfD-Bundestagsfraktionschef und Parteivize Alexander Gauland verhindern - durch eine eigene Kandidatur.

Pazderski und sein Berliner Verband gelten als gemäßigt; mit einer Wahl Gaulands zum Co-Parteichef würde der rechtsnationale Flügel gestärkt.

vet/AFP/dpa

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grommeck 02.12.2017
1. Gegen die Antifa mit Wasserwerfern, ist bekannt und daher logisch.
Ich würde eh die Samthandschuhe langsam ausziehen, wenn irgendwelche Bürger rummotzen. Und gegen Rechts überhaupt! Wie in anderen Orten schon vorgelebt, werden zukünftig die Gegendemonstranten eingekesselt und ruhig gestellt würde ich sagen, mit Wasserwerfer ist n bisschen kalt im Winter.
paulpuma 02.12.2017
2. Die Antifa verrät Frauen, Demokratie und inneren Frieden!
Man darf annehmen, dass viele von Merkels Gästen deutlich radikalere, frauenfeindlichere und weniger demokratische Ansichten vertreten als die AfD. Warum hat die Antifa dann nicht mal eine Grenzblockade gemacht? https://bazonline.ch/ausland/europa/politisch-korrektes-schweigen/story/17104873
larry_lustig 02.12.2017
3. Richtig so
Die Blockierer sind waschechte Anti-Demokraten
frank.huebner 02.12.2017
4. Der AfD kann man nicht undemokratisch begegnen
Der Parteitag der AfD mag vielen nicht passen. Mir auch nicht. Aber es ist eine zugelassene Partei, so dass es für Demokraten selbstverständlich sein sollte, sie zu ertragen. Solange ein Protest friedlich bliebt ist ja auch der Protest demokratisch legitimiert. Sobald es aber zu Straftaten bzw auch nur Ordnungswidrigkeiten kommt muss die Polizei dagegen vorgehen. In dem Moment ist der Anti-AfD-Protest dann undemokratisch und muss beendet werden. Die Protestler sind dann antidemokratisch und Rechtsbrecher. Das sollten die Demonstranten sich mal vor Augen führen. Sie sind die Gefahr für Demokratie und Rechtstaatlichkeit, nicht die AfD. So traurig das ist. Unser Land wird die AfD ertragen, unserere Parteien haben die Chance, die AfD im Parlament hzu entlarven. Wenn sie es denn wollen.
kratzdistel 02.12.2017
5. nichts dazu gelernt
nur friedlicher Aktionen sind nach dem Grundgesetz geschützt. erstens ist das rechtlich verboten und kann bestraft werden. wohin es führt hat die letzte Wahl gezeigt. die gute Absicht heiligt nicht diese mittel. für die durchsetzung von Sicherheit und Ordnung ist nunmal die Polizei zuständig.
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