AfD-Parteitag Mehrere hundert Menschen protestieren in Magdeburg

Die AfD hat in Magdeburg die Wahl ihrer Kandidaten für die Europawahl im kommenden Mai fortgesetzt. Am Rande der Veranstaltung kam es zu Protesten.

Demonstration in Magdeburg
DPA

Demonstration in Magdeburg


Am Rande des AfD-Parteitags in Magdeburg sind am Samstag mehrere hundert Menschen zu einer Demonstration zusammengekommen. Die Kundgebung stand unter dem Motto "#ausgehetzt! Für ein solidarisches Europa". Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer zum Auftakt auf rund 350, die Veranstalter sprachen von etwa 500 Demonstranten.

Die Teilnehmer wollen mit ihrer Kundgebung nach eigenen Angaben "ein starkes Zeichen für ein offenes Europa setzen". Der gesellschaftlichen Spaltung "durch rechten Populismus und Hetze gegen Minderheiten" müsse Einhalt geboten werden, hieß es in dem Aufruf. Nach einer Kundgebung am Opernplatz wollten die Demonstranten in Richtung des AfD-Parteitags ziehen. Nach Angaben der Polizei blieb es bislang friedlich.

Die AfD hält seit Freitag ihren Europaparteitag in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt ab. Am Freitagabend hatte der Parteitag den AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen zum Spitzenkandidaten für die Europawahl gewählt. Auf Platz zwei der Liste tritt der Essener AfD-Politiker Guido Reil an. Er war 2016 wegen der Flüchtlingspolitik der großen Koalition nach 26 Jahren aus der SPD ausgetreten. Reil ist Bergmann und Mitglied des AfD-Bundesvorstands.

Bei dem bis Montag dauernden Parteitag will die AfD insgesamt 40 Listenplätze besetzen. Intern wird damit gerechnet, dass die Partei bei der Europawahl im Mai 2019 etwa 20 Mandate erringen könnte. Bei der Wahl 2014 errang sie sieben Sitze, infolge der Spaltung und weiterer Führungskämpfe der Partei blieb nur ein Mandat bei der AfD, das Meuthen innehat. Ihr Europawahlprogramm will die AfD bei einem weiteren Parteitag im Januar beschließen.

Zu einem Zwischenfall am Rande des Parteitags kam es am Freitagabend, als ein Taxi mit vier Teilnehmern des AfD-Parteitags vor einem Magdeburger Hotel vorfuhr. Beim Aussteigen wurde laut Polizei einer der Insassen von sieben bis acht Vermummten angesprochen und gefragt, ob er AfD-Mitglied sei. Der Angesprochene setzte sich daraufhin wieder in das Taxi. Die Vermummten zerschlugen nach Angaben der Polizei die Heckscheibe des Wagens. Es gab keine Verletzten. Eine Polizeisprecherin schloss am Samstag einen politischen Hintergrund der Tat nicht aus.

wit/dpa/AFP



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